Mein Jahr in Irland

 
17November
2019

es wird kalt

Hallihallohallöchen ihr Lieben!

Also wenn man sich jetzt mal das Datum anschaut, an dem ich angefangen habe, diesen Blogeintrag zu schreiben und wann ich ihn tatsächlich veröffentliche (18. Dezember 2019), dann wird klar: ich habe eine sehr sehr seeeeehr lange Zeit nichts mehr hier hochgeladen und dementsprechend wird das wieder ein längerer Blogeintrag. Ich weiß, dass das viel und von der Menge her anstrengend zu lesen ist, aber ich sehe diesen Blog als eine Art Reisetagebuch. Und da ist es mir wichtig, alles relativ ausführlich aufzuschreiben, damit ich auch nach meiner Zeit in Irland die Einträge nochmal durchlesen kann und alles wieder bildhaft vor Augen habe. Außerdem gebe ich zu, dass ich zum einen recht viel gemacht habe und zum anderen zwischendurch eine paar Tiefphasen hatte. Es ist nichts Spezielles vorgefallen, aber ich hatte neulich eine Woche, in der ich mich einfach total schlapp gefühlt habe und es mir mental nicht so gut ging. Ich habe meine Entscheidung und mich selbst infrage gestellt, war total ausgelaugt, habe über einiges nachgedacht. Und da war ich einfach nicht motiviert alles aufzuschreiben. Aber das gehört eben auch zu so einer Erfahrung dazu und man merkt doch, wie das mit einem was macht. Und dann gibt es wieder die guten Tage und Wochen, wo einem wieder vor Augen geführt wird, wie schön es hier ist, dass man von tollen Leuten umgeben ist und man persönlich wächst.

Jetzt geht es aber los mit der Berichterstattung, wie gesagt, es geht irgendwann im November los, ich versuche immer mal wieder ein paar Daten zu ergänzen, einfach für den Überblick. Und wenn ihr mit Lesen fertig seid, ist ja vielleicht schon der nächste Blogeintrag online ;).

 

Zuletzt habe ich ja von dem Wochenende bei Piri berichtet und ich muss sagen, die darauffolgende Woche war nicht sehr spannend, Ich war wieder im Zumba und Leute, ich werde immer besser und fühle mich nicht mehr wie ein Huhn, dass durch den Raum hüpft! Was auch cool war, Montag war das erste Mal ein Mann im Zumbakurs und ich muss sagen, der hatte es echt drauf und ist total abgegangen (aber seitdem habe ich ihn nicht mehr im Kurs gesehen) und Donnerstag im Kurs waren drei Jungs in meinem Alter da. Die Jungs kommen aus Spanien und ich weiß nicht, ob sie hier an der Uni studieren, einen Sprachkurs oder einfach nur Urlaub machen, aber auch sie haben gut mitgemacht und richtig abgedanct! Ich liebe die Zumbaklassen hier einfach, die Lehrerin ist ein wahrer Sonnenschein und so motivierend und desto vertrauter die Lieder und Schritte werden desto mehr Spaß macht es. Außerdem kann man immer ein paar nette Gespräche führen und es ist ganz witzig, mittlerweile kennt man ein paar Leute aus dem Fittnessstudio schon, weil man verschiedene Kurse zusammen macht. Ich versuche ja immer Donnerstagmorgen zu dem Bodyshape-Kurs zu gehen und die Gruppe ist meistens die Selbe, zumindestens der Kern. In dieser Woche waren wir nur zu viert, vier Frauen, dieses Mal sogar ein Mädchen in meinem Alter und diese Stunde Sport war so unglaublich anstrengend, dass ich noch bis Sonntag einen der heftigsten Muskelkater meines Lebens hatte, aber man hat sich trotzdem gut gefühlt.

Sonst ist wie gesagt nicht sehr viel passiert, es wird ja mittlerweile schon wieder so früh dunkel und es ist auch schon wesentlicht kälter geworden, dementsprechend ist meine Motivation, am Abend noch was zu machen, sehr gering bis gar nicht vorhanden. Ich war dann oft in meinem Zimmer oder habe mich zu den Mädels ins Wohnzimmer gesetzt.

Freitags war ich mit Marie, dem französischen Aupair aus Ballinsloe (circa eine Stunde mit dem Bus von Galway entfernt) in der Stadt und da hatte ich mich schon sehr drauf gefreut, weil wir uns lange nicht gesehen hatten. Leider hat sie ihren ersten Bus verpasst und der andere hatte eine totale Verspätung. Ihr müsst nämlich wissen, dass das Bussystem in Irland nicht im Geringsten so zuverlässig ist, wie in Deutschland. Klar, dort haben Bus und Bahn auch ständig Verspätung, aber hier weiß man wirklich nie, was einen erwartet! Teilweise kommen die Busse gar nicht, teils zu früh oder totaaaal verspätet (da erzähle ich später noch ne Story). Auch, wenn Marie nichts dafür konnte, war ich etwas genervt, denn ich habe morgens ja nur bis zu einer begrenzten Uhrzeit Zeit und ich habe dann doch recht lange in der Stadt auf sie warten müssen, aber naja. Um die Zeit zu überbrücken, wollte ich mich ein bisschen in dem Secondhand-Shop direkt neben den Busstationen umschauen, aber da ist etwas so Blödes passiert. Ich wollte gerade in den Laden gehen, als eine Frau aus der Tür rausgehen wollte. Ich war schon halb in der Tür, bin aber zur Seite gegangen, um die Frau noch rauszulassen und ja, ich habe ein bisschen in der Tür gestanden, aber es war DEFINITIV noch genug Platz, um rauszugehen. Schon als ich die Frau anlächelte, blickte sie mir mit eiserner Miene entgegen, aber dann kam der Knaller, sie ist irgendwie gestolpert oder umgeknickt und auf den Boden gefallen. Ich habe direkt gefragt, ob alles ok ist und auch zwei Passanten haben anchgefragt, aber sie meinte nur "no, this silly girl" und die Passanten sind dann auch wieder weiter als sie wieder aufgestanden ist. Ich habe mich dann nochmal erkundigt, ob alles gut ist, aber sie war so gemein und frech zu mir und meinte, man lässt erst die Leute aus der Tür raus und, dass ich so unverschämt wäre. Ich muss aber dazu sageen, dass echt noch viel Platz zum Rausgehen war und es unter der Tür eine kleine Stufe gibt, keine Ahung, ob sie die übersehen hat oder nicht, aufjedenfall meinte ich auch, dass sie mich nicht gleich "silly girl" nennen muss, aber sie hat nicht zugehört und nur rumgekeifert. Um ehrlich zu sein, in dem Moment habe ich mir gewünscht, dass sie sich den Knöchel gebrochen hat. Großen Lust, durch den Laden zu bummeln hatte ich dann nicht mehr und so habe ich einfach auf einer Bank draußen auf Marie gewartet. Wir hatten echt nicht mehr viel Zeit, als sie dann endlich da war, waren aber noch Kaffee trinken und haben ausgemacht, dass ich sie am kommenden Wochenende in Ballinsloe besuchen komme.

Weil die Woche selbst sehr ruhig und entspannt war, habe ich mich sehr auf das Wochenende gefreut, da bin ich nämlich mit Piri und Shannon am Samstag nach Cork gefahren und wir haben dort auch übernachtet. Weil wir Samstagmorgen schon sehr früh losgefahren sind (man fährt schon ein Weilchen von Galway aus nach Cork), war ich Freitagebend nicht allzu lange weg. Ich war mit Beata (dem tschechischen Aupair) zum Abendessen verabredet und anschließend waren wir in einem Pub, aber weil Beata mit dem Auto in die Stadt kam und ich am nächsten Tag früh raus musste, sind wir nicht so lange geblieben. An dem Abend war es sooo kalt und die Windböen, die vom Ozean kommen, lassen einen richtig bibbern und man freut sich richtig auf sein warmes Bett.

Aber wie gesagt, am nächsten Morgen trafen wir uns um 8:15 Uhr an der Busstation und los ging es nach Cork. Was ich hier echt mag, die Busse (die hier das gängiste öffentliche Verkehrsmittel sind, Züge gibt es kaum welche) sind super bequem und es ist so schön, durch die Landschaften zu fahren und einfach nur rauszuschauen. Wir hatten eine knapp dreistündige Fahrt vor uns und am Anfang haben wir noch ein bisschen gequatscht und uns gegenseitig von den neuesten Ereignissen berichtet, aber irgendwann hat jeder von uns noch ein bisschen geschlafen und Musik gehört. In Cork angekommen, haben wir uns erstmal auf zu unserem Hostel gemacht, um dort unser Gepäck abzuliefern. Wir konnten unsere Taschen einfach in einen Spind schließen, mussten aber noch bis zum Nachmittag warten, bis wir einchecken konnten, also schnappten wir uns unsere Wertsachen und machten uns auf, um die Stadt zu erkunden. Auf dem Weg in das Stadtzentrum selbst kamen wir direkt bei einem Vintage-Flohmarkt vorbei und den durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ich habe in der letzten Zeit nochmal festgestellt, dass mir Shoppen an sich gar nicht mehr wirklich gefällt, aber ich liebe es so so sehr, durch Vintageläden, Secondhandshops und Ähnliches zu stöbern. Man findet einfach so coole Sachen zu (meist) fairen Preisen und die Sachen haben schon eine Geschichte hinter sich, was ich total schön finde. Zum Glück sind auch Piri und Shannon große Vintagefans und so hatten wir drei echt viel Spaß beim Durchstöbern der Sachen. Kennt ihr immer diese Szenen in Filmen, wenn ein besonderes Event ansteht und eine Mädelsgruppe in einen Laden geht, verrückte Sachen anprobiert und suuuper viel Spaß hat? Und dabei läuft noch total kitschige Musik im Hintergrund. So schlimm war es bei uns jetzt nicht und die Musik, die aus den Lautsprechern kam, war nicht kitschig, sondern echt gut, aber Spaß hatten wir allemal und wir sind auch fündig geworden.

Anschließend haben wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht und da ist uns etwas so Cooles passiert. Wir sind ein wenig planlos durch die Gegend gelaufen und sahen, glaube ich, ein bisschen verloren aus, da kam ein recht junges Paar an uns vorbei und fragte uns, ob sie uns helfen könnten. Das war so aufmerksam und lieb und die Frau hat uns so viele Tipps gegeben, wo man gut Essen gehen kann, welches Pub gut sei, um abends weg zu gehen und was man sich so anschauen könnte. Als wir ihr sagten, dass wir aus Deutschland sind, hat sie sogar ins Deutsche gewechselt und uns alles auf Deutsch erklärt, das war so unglaublich goldig, gerade, weil ihre Grammatik an manchen Stellen nicht ganz richtig war, aber der Wille zählt. Sie wollte gar nicht mehr aufhören zu reden, irgendwann war sie dann aber doch fertig mit Tipps geben und wir bedankten uns nochmal ganz herzlich. Wir haben auch ein echt gutes Lokal zum Mittagessen gefunden (wenn auch keins von denen, die uns von der Frau empfohlen wurden, aber das Essen war trotzdem lecker) und uns anschließend zurück zum Hostel begeben, um einzuchecken. Danach ruhten wir uns kurz aus, gingen aber nochmal los, um die andere Stadtseite von Cork zu erkunden und ach du meine Güte, alles ist schon vollgepackt mit Weihnachtsdekoration! Cork an sich finde ich aber ganz schön, mit seinen ganzen Häusern in den Hängen erinnert es mich ein wenig an Heidelberg. Wir sind ein wenig durch die Straßen gelaufen und haben den für Cork bekannten English Market besucht, eine Markthalle, in der man Essen und Trinken, aber auch andere Sachen, wie Seifen, kleine Geschenke, etc kaufen kann, aber hauptsächlich gibt es dort Lebensmittel.

Nach unserer Stadterkundungstour machten wir eine etwas längere Pause im Hostel, bevor wir uns etwas zurecht machten und in das Pub gingen, dass uns am Mittag von der Frau empfohlen wurde. Davor haben wir uns noch eine Pizza im Imbiss neben dem Pub geteilt und was richtig cool war, wir haben uns für eine große Pizza mit Spinat und Käse entschieden und das Fleisch, das eigentlich auch darauf wäre abbestellt und statt den eigentlichen 17 Euro mussten wir nur 10 oder 11 bezahlen! Das musste ich jetzt einfach mal erzählen, weil ich das so nett und erstaunlich fand! Leider nicht so schön war, dass beim Warten ein weiterer Mann in den Imbiss kam, der sehr sehr ungepflegt und zudem stark betrunken war und dieser hat die ganze Zeit versucht, einen freien Snack zu erbetteln. Diese Tatsache ist jetzt nicht so schlimm finde ich, aber er wurde mit der Zeit immer aufdringlicher und hat so ein ekelhaftes Verhalten an den Tag gelegt, die ganze Zeit rumgerotzt (leider habe ich echt kein anderes Wort dafür). Ich habe irgendwann richtig die Krise bekommen und war einfach froh, als der Mann mit einer Portion Fritten abgezogen ist.  Piri und Shannon können aber bestätigen, dass ich, als unsere Pizza fertig war, direkt zum Thresen gerannt bin, um die Pizza entgegen zu nehmen, damit der Verkäufer sie ja nicht auf die Theke legte, an der der Mann die ganze Zeit rumgelungert hatte und dabei habe ich ihn förmlich angeschrien (ok ich glaube ich hatte wirklich einen etwas panischen Unterton), aber Leute, das war wirklich ein neues Level von ekelhaft.

Naja, nach der Pizza ging es ins Pub und dort war es richtig gemütlich, ich habe auch ein Foto angehängt. Überall an den Wänden, der Decke und an der Theke hingen alte Sticker, Bilder, Poster oder Postkarten. Ich liebe diesen alten und rustikalten Stil oder wie Shannon sagen würde, den shady Look und man muss sagen, dass Pub war echt voll. Zum Glück haben wir in der oberen Etage noch Plätze ergattern können, aber da muss ich jetzt eine kurze Story erzählen. Uns hat noch ein Stuhl gefehlt, also bin ich zu zwei Frauen gegangen, die an einem kleinen Tisch in der Ecke gesessen haben und auf einem tritten Stuhl ihre Füße hochgelegt hatten. Ich habe dann gefragt, ob ich den Stuhl haben könnte und die jüngere der beiden Frauen war super freundlich und meinte, ja natürlich, aber die andere hat richtig genervt geschaut und ihre Augen verdreht. Ganz ehrlich, das sind die Momente, in denen mich Menschen so sauer machen, ich meine wie kann man denn so unhöflich sein und als ob sie jetzt unbedingt wie in ihrem Wohnzimmer die Füße hochlegen muss?! Blöde Kuh. Naja, genug aufgeregt, der Abend an sich war echt noch schön, wir haben uns richtig gut unterhalten, dazu unseren obligatorischen Cider getrunken und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Das einzig Komische war das Paar neben uns, dass kaum bis gar nicht miteinader geredet, aber uns die ganze Zeit beobachtet hat, sehr interessant.

Wir waren auch nicht zu spät zurück im Hostel, weil wir alle sehr müde waren und am nächsten Tag noch was sehen wollten. Sonntagfrüh sind wir erstmal ganz gemütlich Frühstücken gegangen in einem total süßen Cafe! Hier in Irland kann man natürlich auch ein süßes Frühstück bekommen (so etwas wie einen Scone oder Pancakes oder Porridge mit Früchten), gängiger ist jedoch ein herzhaftes Frühstück, was leider auch sehr fleischlastig ist. Das besteht dann aus beans, mushrooms, toast, egg, pudding (nicht dem Pudding, den wir kennen, sondern diesem Gemeng mit Schweineblut und was auch immer drin!) und sausages aber es gibt auch überall vegetarische Varianten, wo dann statt des Fleisches spinach, potatoes oder tomatoes dabei sind. Wir haben den Tag wirklich ganz gemütlich angehen lassen und nach dem Frühstück sind wir durch die Stadt zur Universität gelaufen, denn ein Besuch dieser wurde uns empfohlen, da sie ein wenig an Hogwarts erinnern würde. Ich muss sagen, dem kann ich zustimmen, das Hauptgebäude ist wirklich wunderschön und direkt daran grenzt eine Grünfläche und ein Fluß, also eine nette Umgebung zum Studieren.

Wir sind den Tag über hauptsächlich durch die Stadt und die umliegende Gegend gelaufen und waren noch in einem Park spazieren. Bevor wir abends nach Hause fuhren, sind wir nochmal in das kleine süße Cafe, weil es uns so gut gefallen hat und haben dort etwas kleines gesnackt.

Die Woche nach dem Corkwochenende war recht ruhig, hier ist so richtig das Novemberwetter angekommen und es ist oft grau und regnerisch. Es ist gar nicht mal so kalt, aber der Wind, der vom Ozean in die Stadt weht, ist schneidend kalt und auch, wenn ich das jetzt nicht gerne zugebe, ich bin froh, dass ich meine Winterjacke mitgenommen habe, danke Mama!

In dieser Woche hat Montagabend der Malkurs gestartert, für den Shannon und ich uns gemeinsam angemeldet hatten. Geleitet wird dieser von einer recht jungen Künstlerin namens Jennifer und es hieß, dass der Kurs vor allem der Portfoliovorbereitung dient. Ich muss aber sagen, dass mich die Stunde total enttäuscht hat, denn wir haben nicht wirklich etwas gemacht, die Lehrerin hat uns nur Sachen erklärt, die Shannon und mir bereits bekannt waren, ich weiß nicht, ob sie dachte, wir wären komplette Kunstanfänger aber naja. Während alle anderen dann die eigentliche "Aufgabe" machten, sollten wir ohne auf das Papier vor uns zu schauen, einen Gegenstand malen, um uns sozusagen ein bisschen aufzulockern. Ich weiß zwar nicht genau warum, denn die Stunde war 10 Minuten später zu Ende, aber na gut. Außerdem hat sie uns eine Liste von Sachen aufgeschrieben, die wir uns am besten noch anschaffen sollen und diese Liste ist wirklich lang. Wir waren ja nicht von Anfang an bei dem Kurs dabei, aber wir hatten für fünf Stunden trotzdem noch 80 Euro bezahlt und wir mussten beide erstmal schlucken, als Jennifer als und als noch etwas ergänzte. Aber sie meinte auch, es ist ok, erstmal nur die Basics zu haben und beim Rest erst später zu schauen. Spoileralarm, ich habe mir bisher nichts der Sachen gekauft, sie aber auch nicht gebraucht, denn Jennifer hat immer Material für alle mitgebracht. Ich muss auch ehrlich sagen, ich weiß nicht, ob ich noch einen Kurs machen werde, denn die anderen zwei Montage war der Kurs ganz cool (einmal haben wir eine Collage aus verschiedenen Materialien und am anderen Tag ein 3D-Bild mit verschiedenen Schichten Klopapier gemacht), aber so viel bringt es nicht wirklich und dafür ist mir das Geld zu schade...

Am 13. November hatte Alan Geburtstag, aber leider wusste ich das nicht und insgesamt ist der Geburtstag in der etwas stressigen Ziet monemtan untergegangen und Heike musste an dem Tag zum Beispiel geschäftlich verreisen und Alan selbst hat gearbeitet. Wir haben aber dennoch einen Kuchen für Alan gebacken (Heikes Rezept für einen großen Zitronenkuchen, der sich perfekt zum Dekorieren eignet) und die Kinder haben ihn nach der Schule dekoriert. So wie schon mein Geburtstagskuchen war auch dieser am Ende überladen mit bunten Streuseln, Schokoschrift und Sternen, aber Eva liebt es, das Kommando beim Dekorieren zu übernehmen und das sieht man den Kuchen auch an (und, dass sie Zucker über alles liebt). Gegen Abend kam noch Alans Mutter vorbei und wir haben zusammen viiieeel Kuchen gegessen.

Freitagabend war ich mit einem neuen Aupair verabredet und darauf habe ich mich schon besonders gefreut. Ihr Name ist Maria, sie kommt aus Italien und ist erst seit zwei Wochen in Irland. Wir hatten uns für den Abend in einem Pub verabredet, das ich bisher noch nicht kannte und das hat mir ganz gut gepasst, denn ich wollte sowieso mit den Kindern in die Stadt. An diesem Freitag (15. November) wurden nämlich die Weihnachtslichter in Galway angeschaltet und der Weihnachtsmarkt eröffnet und daher brachte ich die Kinder zur Granny, damit sie gemeinsam über den Markt gehen konnten. Ich muss sagen, die Lichter sind wunderschön, ganz Galway ist erleuchtet und die Deko ist sehr geschmackvoll, aber die Menge an Leuten in der Stadt und auf dem Markt war enorm, zumal die Wege an den Ständen entlang sehr schmal sind und man die angebotenen Waren fast gar nicht sehen kann. Natürlich gibt es hier die typischen Stände, die Essen oder handgemachte Sachen anbieten, ich habe aber auch schon einen Stand, der Duschköpfe verkauft, entdeckt und es gibt auch so eine Art "Bierzelt", so ganz habe ich das noch nicht durchschaut, aber mal sehen. Was mich aber total enttäuscht, es gibt zwar Glühwein, dieser kostet aber 5 Euro das Glas und wird, nicht wie wir das von den deutschen Weihnachtsmärkten kennen, in schönen Weihnachtstassen serviert, sondern in kleinen Plastikprosekogläsern! Das finde ich total schade und es ist eine so große Plastikverschwendung, daher habe ich beschlossen, mit Mark oder so meinen eigenen Glühwein zu machen.

Das Treffen mit Maria war richtig schön und überraschenderweise war noch ein weiterer Fremder beim Treffen dabei und zwar der 29-jährige Francesco, ebenfalls aus Italien (ich glaube,d er Name spricht für sich), mit dem Maria über eine andere Whatsapp-Gruppe Kontakt aufgenommen hatte. Wir haben uns richtig gut unterhalten und auch, wenn Franceso und Maria beide älter als ich sind (Maria ist 24), hat man das beim Gespräch gar nicht gemerkt und wir haben viel zusammen gelacht. Später sind wir noch etwas zusammen Essen gegangen und waren noch in zwei anderen Pubs, ein wirklich gelungener Abend und es war auch total schön, wieder Leute aus einem anderen Land kennenzulernen, zumal ich hier bis dahin noch keine Italiener getroffen hatte.

Den nächsten Tag habe ich in Ballinsloe verbracht, so wie ich es mit Marie ausgemacht hatte. Morgens setzte ich mich in den Bus und konnte wie immer etwas abschalten, aber ein paar Stationen später stieg ein Mann ein, der sich direkt in die Reihe vor mich setzte. So weit, so gut. Ansich hat er nichts weiter gemacht, als an seinem Handy zu sein, er hat sich zwar permanent geräuspert, aber gut. Irgendwann fing er jedoch an, Selfies zu machen und zwar nicht nur, indem er das Handy vor sein Gesicht hielt und fertig, irgendwann hielt er es hoch in die Luft, um einen anderen Winkel zu bekommen und was weiß ich. Ich wollte definitiv nicht im Hintergrund auf dem Foto drauf sein, also habe ich mich immer ein bisschen zur Seite gelehnt, aber als er das Handy so hoch in die Luft hielt, reichte das nicht mehr aus und ich musste mich halb unter dem Sitz verstecken, um nicht im Sichtfeld zu sein. Ich muss dazu sagen, ich glaube nicht, dass die Intension des Mannes war, mich zu fotografieren, sondern einfach random ein paar Fotos zu machen (vielleicht ist er ja ein Star in Irland und wollte seine Follower auf dem Laufenden halten), aber ich war doch froh, als das Fotoshooting beendet war und ich wieder unter dem Sitz hervorkommen konnte. Nach circa 10 Minuten ging das Ganze aber wieder von Vorne los, nur das diesesmal eine riesige lila Mütze als Accesoire den Kopf des Mannes zierte. Also wieder zurück in mein Versteck. Ich war echt froh, als der Bus kurz darauf in Ballinsloe hielt und ich auch die richtige Haltestelle gefunden hatte, ich habe euch ja gesagt, dass Busfahren hier gar nicht mal so ohne ist, gerade, wenn man in kleinen Orten austeigen will. Ballinsloe hat mir trotz seiner kleinen Größe echt gut gefallen, es war an dem Tag zwar mega grau und wolkenverhangen, aber das hat alles nur noch viel gemütlicher gemacht. Zunächst sind Marie und ich in ein Café und haben etwas gegessen, es war ja schon früher Mittag und wir wollten uns erstmal ein wenig in Ruhe unterhalten, da wir das letzte Mal nicht so viel Zeit gehabt hatten.

Anschließend sind wir ein bisschen durch die Stadt selbst gelaufen, es gibt zwar nicht viel zu sehen, aber wir haben ein paar süße Lädchen gefunden (auch Secondhandläden, erfolgreich) und wir haben einen wirklich schönen Tag miteinander verbracht. Zum Abschluss waren wir noch Kaffeetrinken und haben uns direkt wieder für das nächste Wochenende verabredet, denn da wollte Marie wieder nach Galway kommen, aber abends, um gemeinsam weg zu gehen.

Wieder zuhause angekommen, hatte ich noch ein bisschen Zeit, mich auszuruhen, etwas zu Essen und mich frisch zu machen, denn ich war wieder mit Maria und Francesco verabredet und hatte auch Beata gefragt, ob sie mitkommen wolle. Beata hat mich sogar mit dem Auto abgeholt, das ist immer ein Luxus hier, denn nicht viele Aupairs dürfen die Autos der Gastfamilien benutzen, die Versicherung ist einfach zu teuer. In der Stadt angekommen, mussten wir beide erstmal Maria und Francesco suchen, wir waren eigentlich in einem Restaurant verabredet, das etwas gemütlicher ist und wo man Brett- und Kartenspiele ausleihen kann, also ein sehr geselliger Platz, aber dort waren sie nicht, denn es war viel zu überfüllt und so hatten sie sich für einen anderen Platz entschieden. Zum Glück haben wir sie schnell gefunden, aber sagen wir es mal so, ich wäre lieber in dem ursprünglichen Restaurant geblieben, denn wir landeten letztendlich in einem Hotelrestaurant und dementsprechend waren auch die Preise. Ich bin echt froh, dass ich nicht ganz so hungrig war und als Beata und ich Blicke austauschten, dachte sie wohl das Gleiche wie ich und wir haben uns letztendlich eine Pizza geteilt, das war dann ok. Ich muss sagen, dass ich die Letzte bin, die wenig Geld für Essen ausgibt (habt ihr bestimmt schon gemerkt, ich berichte so zu 50 % von meinem Essen) und dafür investiere ich auch gerne, aber manches sehe ich einfach nicht ein, denn die Portionen waren alle normal groß und das Essen war nicht atemberaubend gut, hat aber dafür pro Hauptgericht zwischen 16 und 22 Euro gekostet, da geh ich lieber zu meiner geliebten Veggiebar. Naja, was aber ganz witzig war, Francesco hatte noch zwei Freunde aus Italien mitgebracht, ein Paar, das jetzt schon seit ein paar Jahren in Irland lebt und beide sind unglaublich nett. Mir ist an dem Abend aufgefallen, dass Italiener wirklich sehr sehr stolz auf ihr Essen sind und sich auch gerne mal über das Essen hier in Irland (und bestimmt auch anderswo) beschweren. Zum Beispiel essen sie kaum oder gar nicht Pizza hier, weil die ja nicht so gut ist, wie in Italien selbst. Und das war jetzt nicht die Beschwerde von einer Einzelperson, sondern von allen anwesenden Italienern und das waren ja einige. Anschließend wollten wir noch etwas Trinken gehen, aber das war gar nicht so leicht, denn die ganze Stadt war unglaublich überfüllt. Am Ende landeten wir im Kings Head und da sind wir den restlichen Abend geblieben. Francescos andere Freunde (deren Namen ich übrigens nicht weiß. Kennt ihr das, wenn man einander vorgestellt wird, den Namen der anderen Person aber gar nicht versteht und trotzdem einfach nickt und lächelt und dann hofft, dass man die Person in keiner Situation mit dem Namen ansprechen muss? So war das bei mir) haben sich recht schnell verabschiedet und so waren wir nur noch zu viert, konnten aber einen guten Platz ergattern und von dort hatten wir ein perfektes Sichtfeld auf die Liveband. Die war an dem Abend echt gut und hat richtig gute Stimmung gemacht und so haben wir den Abend ausklingen lassen, natürlich nicht ohne auch etwas zu tanzen. :)

Sonntagmorgen (17. November) war ein richtiger lazy Morgen, ich habe entspannt mit der Familie gefrühstückt und bin später in die Stadt gelaufen, um mich mit Shannon, Maria und Beata zu treffen und wir haben uns einen netten Tag in der Stadt gemacht. Wir sind erst über den Weihnachtsmarkt geschlendert (die Stände konnte ich zwar immer noch nich wirklich sehen) und haben uns dann dazu entschieden eine Runde auf dem Riesenrad zu fahren. Das hat echt Spaß gemacht (auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war, ob sich das so lohnt) und da es hell war, hatten wir einen guten Blick über die ganze Stadt. Anschließend waren wir etwas Essen (was sonst), aber ich war auch nicht allzulange in der Stadt, weil ich ein wenig müde war.

Unter der Woche habe ich es auch wieder mal geschafft, mich mit Lara zu treffen, leider klappt das nicht ganz so oft, weil sie viel für die Uni machen muss, aber dafür geht es dann auch mal an einem Abend oder Morgen außerhalb des Wochenendes, was nicht bei vielen Aupairs der Fall ist. Mittwochabend (20. November) waren wir also in der Stadt verabredet und wollten gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern, aber blöderweise war das Wetter richtig schlecht und es hat total geregnet. Und wie gesagt, der Weihnachtsmarkt ist jetzt auch nicht der Burner. Stattdessen haben wir uns in ein Cafe gesetzt und etwas Kleines gegessen und uns mal wieder richtig gut unterhalten. Auch, wenn wir beide uns nicht so oft sehen, sind die Gespräche dafür umso besser. Aber die Fahrt in die Stadt war die reinste Odysee! Normalerweise laufe ich ja in die Stadt oder nehme das Fahrrad, mit dem ich in 15 Minuten in Galway selbst bin, aber eben weil es so stark geregnet hat, wollte ich den Bus nehmen. Aber an der Bushaltestelle angekommen, wartete ich vergeblich auf den Bus und als er nach 20 Minuten immer noch nicht da war, reichte es mir und ich lief los Richtung Stadt. Auf halber Strecke stieg ich in einen anderen Bus ein, dieser hatte zwar auch Verspätung, aber immerhin kam er. Also zum Bussystem hier kann ich nur sagen, dass es komplett unzuverlässig ist. Manchmal kommen die Busse ein wenig zu früh, manchmal gar nicht oder mit so einer Verspätung, dass man schon die Hoffnung aufgibt, dass er überhaupt noch kommt. Aber wenn man dann von der Busstation weggeht und der Bus kurzdarauf an einem vorbeifährt, ärgert man sich nur noch mehr.

Wenigstens hat es sich gelohnt in die Stadt zu fahren, der Abend war echt schön und nach unserem Snack tranken wir noch einen Cider im The Quays und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Freitag (22. November) war für mich ein sehr entspannter Tag, da ich nur morgens arbeiten musste, denn die Kinder waren direkt nach der Schule mit Freunden verabredet und blieben dort auch über Nacht. Ich hatte also den ganzen restlichen Tag zur Verfügung und habe die Zeit genutzt, um ein bisschen aufzuräumen und mit Tom zu telefonieren. Ich war ursprünglich gegen 16 Uhr mit Maria verabredet, aber sie hat ihren Bus verpasst und sagte, sie würde später kommen, aber dann hat sie auch ihren nächsten Bus verpasst oder was auch immer (fragt mich nicht, wie man das schaffen kann) und sie war letztendlich um 18 Uhr in der Stadt. Danke für nichts. Natürlich war ich bereits in der Stadt, als mich ihre Nachricht empfing und so bin ich einfach alleine durch die Stadt geschlendert und habe mich später in ein Café gesetzt. Irgendwann hat mir Fransceso in dem Café Gesellschaft geleistet, weil er mit arbeiten für den Tag fertig war und recht bald darauf hat Maria dann auch mal ihren Weg in den Bus und in die Stadt gefunden. Wir hatten einen ganz netten Abend und waren etwas trinken, blieben aber nicht zu lange in der Stadt, weil Maria ihren füheren Bus um 20 Uhr nehmen wollte und Francesco von der Arbeit sehr müde war. Ich war also vor 21 Uhr zuhause, was für mich am Wochenende eher ungewöhnlich ist, und habe mich einfach in mein Bett eingekuschelt und Videos geschaut.

An sich war es aber ganz gut, dass ich früh im Bett war, denn am nächsten Tag kamen Celine und Katharina aus Limerick zu Besuch und wir haben gemeinsam den Tag in der Stadt verbracht. Die beiden haben noch ein anderes Mädchen namens Line mitgebracht, ein weiteres Aupair aus der Nähe von Limerick, das die beiden schon kannten und sie hatten sich zufälligerweise im Bus getroffen. Line ist mit ihrer Familie leider gar nicht glücklich und wird nach Weihnachten nicht mehr nach Irland zurückkommen, aber wollte ihre Wochenenden hier noch nutzen, um etwas zu sehen und so bot es sich natürlich an, gemeinsam etwas zu machen. Zunächst schlenderten wir über den Weihnachtsmarkt (nach wie vor nichts Besonderes über diesen zu berichten) und danach besuchten wir einen Vintage-Markt im Artscenter hier in Galway. Ich liebe es einfach durch Vintage- oder Secondhandsachen zu stöbern und selbst, wenn man nichts findet, macht es großen Spaß. Etwas später sind wir noch etwas essen gegangen und gegen Nachmittag stieß zu unserer Gruppe noch Marie aus Ballinsloe dazu und sie blieb auch bis abends, um auszugehen. Bevor die Limerickmädels wieder zurück fuhren, schlenderten wir nochmal über den Weihnachtsmarkt, jeder gönnte sich etwas Süßes (man gönnt sich ja sonst nichts, gell Shannon?) und versuchten sowohl mit Lines als auch mit Maries Polaroid-Kamera ein Foto von uns zu machen, aber ehrlich, das war gar nicht so einfach. Die Frau, die wir gebeten hatten, das Foto zu machen, hatte es echt nicht drauf und drückte immer genau in dem Moment ab, in dem jemand ins Bild lief! Beim dritten Mal hat es dann zum Glück funktioniert, aber immerhin hat Marie jetzt ein Bild von einem wildfremden Mann, der genüsslich in einen Bürger beißt.

Ich muss sagen, der Tag war zwar schön, aber trotzdem auslaugend und eigentlich wäre ich am liebsten nochmal Heim gefahren, um eine kleine Pause zu haben und mich etwas frisch zu machen, aber Marie war ja auch schon in der Stadt und so blieb ich und wir machten uns auf, um Maria zu suchen, denn diese war auch mit ein paar anderen Aupairs in der Stadt. Wir trafen uns im The Quays, dort gab es aber keinen Platz mehr für eine so große Gruppe wie uns (wir waren 6 Leute) und so suchten wir nach einem anderen Pub und landeten letztendlich und nach einiger Sucherei im The Kingshead. Dort hatten wir zunächst  ebenfalls keinen Tisch, aber genug Platz für alle um gemeinsam beisammen zu stehen und sich in Ruhe kennenzulernen. Ich habe an dem Abend Maria aus Spanien und Pauline und Clémence aus Frankreich kennengelernt. Später kamen zu unserer Gruppe noch Beata und eine Freundin von ihr dazu und wir gaben eine wirklich coole Truppe ab. Später am Abend sind wir auf der Tanzfläche abgeangen und haben mit komplett fremden Leuten getanzt, aber es war eine richtige gute Stimmung und jeder hatte einfach Spaß und Lust zu tanzen. Zum Abschluss des Abends gab es noch einen Mitternachts-Snack im Megges und es ist so lustig, wie die aufgestyltesten Mädchen sich verändern, sobald das Essen vor ihnen steht und sie einfach nur alles genüsslich in sich reinstopfen und so gar nicht mehr grazil aussehen

 

Den Sonntag startete ich wieder ganz entspannt und traf mich später zum Lunch mit den Aupairs, mit denen ich am Abend zuvor ausgewesen war. Später waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt und kurz im Einkaufscenter hier, ich habe mich aber recht bald auf den Weg nach Hause gemacht. Ich treffe ja wirklich gerne Leute, aber diese großen Gruppen sind wir für mich echt anstrengend, zumal da kein richtiges Gespräch zu Stande kommt, mehr Smalltalk und es ist auch super anstrengend mit so einer Gruppe in der Stadt unterwegs zu sein. Ich habe zudem gemerkt, dass ich eifnach gar keinen Gefallen mehr daran finde, einfach planlos durch die Stadt zu bummeln und ein Geschäft nach dem anderen abzuklappern (zumal ich versuche, nur noch Secondhand einzukaufen) und mich das Ganze zu sehr auslaugt.

 

Die darauffolgende Woche war recht entspannt und unspekatulär, montags war wieder der Malkurs und anschließend waren Shannon und ich noch im Café, dafür habe ich sogar Zumba ausfallen lassen, denn wir beide hatten uns länger nicht gesehen und hatten daher einiges zu Quatschen. Mittwoch waren Shannon und ich zum Frühstücken verabredet und Donnerstagabend traf ich mich mit Francesco und wir tranken zwei Guiness in einem Pub, in dem ich bisher noch nicht gewesen war, dem "Blue Note", welches super gemütlich ist. Donnerstagnachmittag stand Evas Buchclub an, der findet einmal im Monat statt und weil Heike nicht da war, bot ich an, Eva und ihre Freundin in die Stadt zu bringen. Aber natürlich hat der Bus uns wieder im Stich gelassen und wir durften letztendlich in die Stadt laufen. Wenigstens hat es nicht geregnet, aber das Ende vom Lied war, dass die beiden eine halbe Stunde zu spät waren (und der Buchclub geht gerade mal 60 Minuten. Und alle Kekse waren sehr zu Evas Unmut schon weggegessen). Aus Frust und Genervtheit habe ich mir erstmal ein Croissant gekauft und bin wieder Heim gelaufen.

Freitagmorgen war ich wieder mit Shannon verabredet (die schon wieder!) und wir beide erledigten ein paar Sachen, darunter auch Weihnachtseinkäufe. An diesem Tag kam eine Freundin von Eva mit zu uns und nachdem Mittagessen machten wir uns auf in die Stadt, denn die beiden Mädels wollten den Blackfriday nutzen, um ihre Geschenke für Secret Santa, also Wichtelgeschenke, einzukaufen. Leah kam auch mit, aber sie blieb bei Granny und ihrem über alles geliebten Hund Candy. Und ich machte mich kurz darauf auf zu Marks Haus, denn dum dum duuuuuuum... er war am Tag zuvor aus Vietnam zurück gekommen. Falls ihr euch jetzt fragt, warum sein Name so lange nicht aufgetaucht ist, er war drei Wochen weg, aber keine Sorge, wir haben danach ungefähr jeden Tag etwas zusammen gemacht. Samstag zum Beispiel sind wir zu einem Berg namens Diamond Hill gefahren und obwohl es super anstrengend war, den Berg hochzulaufen, zumal es super windig war, hat sich die Anstrengung gelohnt und wir hatten einen tollen Ausblick über die Landschaft! Zur Belohnung sind wir abens noch etwas Essen gegangen und eigentlich hatte ich überlegt, abends noch weg zu gehen, ich war aber so geschafft, dass ich zuhause angekommen recht bald in mein Bett fiel.

Am Sonntag den 1. Dezember hatte Shannon mich dazu eingeladen, sie zu einem Treffen mit einem neuen Aupair zu begleiten. Die beiden hatten sich über die Facebook-Aupair-Gruppe kennengelernt und wir trafen uns in der Stadt auf einen Kaffee. Aber ich muss ehrlich sagen (und so ging es auch Shannon), die Chemie hat eher nicht gestimmt und ich perönlich würde mich nicht nochmal mit dem Mädchen namens Anna treffen. Sie war grundlegend ganz nett, aber unsere Interessen waren komplett unterschiedlich und auch so hatte ich den Eindruck, dass wir gegenseitig nicht viel miteinander anfangen konnten oder viel zu reden hatten. Shannon und ich haben zwar einige Fragen gestellt, aber so ein richtiges Gespräch hat sich nicht entwickelt, es gab auch einige dieser unangenehmen Pausen, in denen einfach keiner was sagt und jeder nur vor sich hinstarrt. Aber na gut, solche Erfahrungen gehören auch dazu und wir sind ja nicht gezwungen uns wieder zu sehen.

Und außerdem hat an diesem Sonntag die Adventszeit begonnen, die mir mit dem Adventskalender von Ricarda versüßt wird, vielen Dank nochmal für das liebe Geschenk!

Montagabend stand wieder der Malkurs an und war wieder nicht so berauschend. Aber danach war es umso schöner, denn Piri war über Nacht in Galway und nach dem Malkurs gingen wir mit Shannon Pizza essen und danach noch ins The Quays, um einen Absacker zu trinken. Es war richtig schön, Piri mal wieder zu sehen und es war ein sehr gemütlicher Abend.

Wie bereits erwähnt, habe ich während der Woche selbst viel mit Mark geamcht, ok, eigentlich jeden Tag, aber das Wetter war auch so gut, dass wir die Zeit draußen einfach nutzen mussten. Oft haben wir uns zunächst bei ihm getroffen und gemeinsam Frühstück geamcht, an einem anderen Tag sind wir in einen nahgelegen Wald spazieren gegangen, an wieder einem anderen Tag haben wir Chilli sin Carne gekocht. Es war aufjedenfall echt cool, auch an den Vormittagen etwas vorzuhaben, denn wie gesagt, nicht viele Aupairs haben da frei. Freitags war das Wetter nicht so schön, deshalb gingen wir in Galways Stadtmuseum, da ich davor noch nicht dort gewesen war. Das Museum ist echt groß und man erfährt ein bisschen was über die Entwicklung der Stadt und kann einige Fundstücke besichtigen, also es war mal ganz interessant aber jetzt auch nicht übermäßig.

Abends habe ich mich in den Bus gesetzt und auf den Weg nach Roscommon gemacht, denn Piri musste das ganze Wochenende arbeiten und war alleine mit ihren vier Gastmädels (wovon zwei noch richtige Babys sind), da die Gasteltern in den Urlaub geflogen waren. Kann man mal machen. Ich hatte Piri schon vorher angeboten, sie an dem Wochenende zu unterstützen und sie nahm das Angebot gerne an. In Roscommon angekommen, dachten Piri und ich, dass der ältere Sohn der Gastmutter mich an der Busstaion abholen würde, dass hat er aber leider nicht geamcht und so musste ich die 40 MInuten zu Piris Haus im Dunkeln laufen. Wie bereits erwähnt, dass Haus von Piris Gastfamilie ist mitten im Nirgendwo, aber immerhin hat es nicht geregnet und ich hatte nette Gesellschaft von den Schafen auf den Weiden. Der Weg kam mir gar nicht so lang vor und schon bald erkannte ich das Haus (was nicht schwer zu erkennen war, da es über und über mit Weihnachtsschmuck und insbesonders Lichterketten dekoriert ist und bereits von 5 Kilometern Entfernung zu sehen ist) und Piri empfing mich bereits mit einer warmen Tasse Tee. Die Kinder waren schon im Bett und so machten wir es uns mit Tee und Plätzchen auf dem Sofa gemütlich, quatschten noch ein wenig und schauten einen Film. Diesmal hatte ich mehr Platz in Piris Bett und habe richtig gut geschlafen, aber morgens haben die ganz Kleinen angefangen zu schreien und Piri ist nachts und frühmorgens bestimmt sechs Mal aufgestanden, um nach ihnen zu sehen. Ihre Gastkinder sind echt zum Anbeißen süß, aber ich habe richtigen Respekt vor der Arbeit, die sie leistet. Ich bin dann auch recht bald aufgestanden und wir haben dann zusammen gefrühstückt und Weihanchtskarten für die Lehrer gebastelt. Also eigentlich hat Piri die Karten gefaltet, ich habe was drauf gemalt und die Kinder Farbe hinzugefügt und ihren Namen drunter gesetzt. Später sind wir in den Ort gelaufen und sind in das Café dort gegangen und ich habe mich wie eine richtige Familie gefühlt wie wir da alle so saßen. Gegen Nachmittag bin ich wieder zurück nach Galway gefahren und abends bin ichmit Mark und seinen Geschwistern ausgegangen, denn Olivia, seine älteste Schwester hatte freitags Geburtstag gehabt und wollte ein bisschen feiern. Wir waren wieder im Massimo und wir haben sehr sehr viel getanzt, was mit unserer Gruppe sehr lustig war, denn jeder hat einen anderen und oft auch eigenen Tanzstil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntagmittag (8. Dezember) war ich mit Beata, Marie und Shannon Essen und später stieß noch Maria aus Italien zu uns dazu. Ich hatte eine riiiiiesige Calzone!

Shannon und ich blieben jedoch nicht zu lange, da Shannon mich eingeladen hatt, zu  ihrer Tanzaufführung zu kommen. Sie hat sich nämlich in einer kleinen Tanzschule in der Stadt für einen Contemporary-Kurs eingetragen und sowohl dieser als auch die anderen Kurse, die man dort belegen kann, führten auf, was sie in der letzten Zeit so einstudiert hatten. Man muss dazu sagen, dass in den Kursen auch Leute dabei waren, die erst eine Woche vorher zu der Gruppe dazugestoßen sind, dementsprechend waren die einzelnen Tänze auch sehr interessant mir anzusehen. Es gab unteranderem verschiedene Ballettgruppen, eine Salzagruppe, inidschen Tanz und eben Contemporary. Leider haben einige der Gruppen wir Hipp Hopp oder Irish Dance gefehlt und das Ganze fand auch eher in einem kleineren Rahmen für Familie und Freunde statt, aber das Zuschauen hat trotzdem Spaß geamcht und man hat gemerkt, dass es hauptsächlich um den Spaß geht. Auch sehr schön war, dass ich alle Tänze circa fünf Mal gesehen habe, da ich Shannon schon zur Probe begleitet hatte und alle Gruppen ihren Tanz noch einige Male durchgingen, eigentlich hätte mich mich auch einfach dazustellen und mittanzen können. Anschließend gingen die Kursteilnehmer gemeinsam essen und Freunde und Familie waren auch herzlich eingeladen, also begleitete ich Shannon. Der Abend war noch richtig schön und wir hatten neben super leckerem Essen richtig gute Gespräche!

 

Die darauffolgende Woche war recht entspannt, ich habe war an zwei Abenden mit den Kindern alleine, da Heike gescgäftlich vereist war und auch Alan Termine hatte, aber es hat alles echt gut geklappt und ich hatte viel Spaß mit Leah und Eva. Abends habe ich Leah auch etwas vorgelesen, das liebt sie nämlich, denn "dann kann ich zuhören, die Bilder anschauen und dich verbessern", besser geht es ja gar nicht. Das Korrigieren war manchmal auch echt notwendig, denn mit manchen Worten habe ich so meine Probleme. Einmal habe ich statt "seetheart" aus Versehen "sweatheart" vorgelesen, was zu allgemeinen Ermunterung beigetragen hat, ihr seht also, nach vier Monaten im Ausland ist immer noch viel Luft nach oben.

Ansonsten habe ich die Woche mit Mark Plätzchen gebacken, was sehr interessant war, denn in dem Haushalt, in dem er mit drei Freunden lebt, gibt es weder Ausstechformen noch ein Nudelholz, also mussten wir kreativ werden und die Motive selbst mit einem Messer machen und eine Salz und Pfeffer-Mühle zum Ausrollen des Teiges verwenden. War auch mal eine Erfahrung. Aber am Ende sind die Kekse echt gut geworden.

Außerdem kam Mark Montagabend mit mir zum Zumba, wofür ich ihm immernoch viel Respekt entgegenbringe, da der Kurs doch eher frauenlastig ist, aber eer hat sich echt gut geamacht und es war eine sehr lustige Stunde.

 

Freitagabend (13. Dezember) bin ich mit Shannon ins Kino gegangen und zwar in den Film "Tatsächlich Liebe", denn ein Kino zeigt momentan einige bereits ältere Weihnachtsfilme. Der Film ist einer meiner Lieblingsweihnachtsfilme und umso schöner war es, ihn auf einer großen Leinwand zu sehen. Aber circa eine viertel Stunde nach Filmbeginn ertönte aufeinmal ein Geräusch, gefolgt von einer Durchsage, dass alle bitte umgehend das Gebäude verlassen sollten. Shannon und ich schauten uns ganz verblüfft an, retten unserer Popcorn und begaben uns zum Ausgang. Zusammen mit anderen Kinobesuchern warteten wir draußen, aber nach wenigen Minuten konnten wir wieder ins Gebäude, ich denke mal, es handelte sich um eine Fehlalarm. Ein Paar hatte sogar auf der anderen Straßenseite gewartet, für den Fall, dass das Gebäude explodiert, man weiß ja nie. Der Film war in der Zwischenzeit einfach weitregelaufen und nach einer Zeit kam eine Frau herein, die fragte, ob sie den Film für ein paar Minuten zurückspulen solle, aber sie hat den Film an einer Stelle neu gestartet, die wir erst kurz davor gesehen hatten, also hat es uns nichts gebracht, aber naja, der Wille zählt. Nach dem Film sind wir noch ins The Quays, weil Maria aus Spanien mit einer Freundin dort war, Shannon musste zwar recht bald zum Bus, ich bin aber noch geblieben und wir haben später noch getanzt.

Samstag war ein recht entspannter Tag, tagsüber habe ich was mit Mark gemacht, wir haben gemeinsam ein paar Geschenke besorgt und waren auf einem echt coolen Handwerkermacht mit vielen selbstgemachten Sachten. Kennt ihr diese gruseligen Verkäufer/innen, die einen direkt ansprechen und einem sofort ihre ganze Lebensgeschichte und die ihrer Kunstwerke erzählen? Davon gab es dort auch einige. Gegen Abend kamen zwei von Marks Freunden zu ihm und gemeinsam mit Aidan, einem seiner Mitbewohner, machten wir uns gegen 20 Uhr in die Stadt, um etwas trinken zu gehen. Ich blieb aber nicht allzu lange bei dieser Gruppe, da auch viele von meinen Aupairfreunden in der Stadt waren. Also stieß ich später zu den Aupairs hinzu und wir hatten einen richtig lustigen Abend, bei dem viel das Tanzbein geschwungen wurde, sehr zu meiner Freude auch zu Weihnachtsliedern, die momentan überall laufen!

Sonntagnachmittag war ich mit Lara zum Essen verabredet, denn wir hatten uns schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und es tat richtig gut, sich mal wieder auszutauschen und sich vor Weihnachten nochmal zu sehen. Später waren wir noch einen Kaffee trinken und ich habe ihr den Handwerkermarkt gezeigt. Dort hatten wir noch ein Gespräch mit einem der Verkäufer, der 9 Jahre lang in Deutschland gelebt hatte, man trifft hier immer wieder so liebe und nette Menschen und führten tolle Gespräche!

Am Montag hatte ich zum Glück nicht sehr viel vor und nachmittags musste ich nicht zum Malkurs, denn der ist jetzt vorbei. Aber aufs Zumba habe ich mich besonders gefreut, denn wir haben zu ganz vielen Weihnachtsliedern getanzt und ein paar Leute hatten soagr Weihanchtsshirts oder weihanchtliche Kopfbedeckungen an, das war ein richtig schöner Abend!

Dienstag (17. Dezember) war ich vomittags mit Mark bei eindem nahelegenen Strand, dem Silverstrand, das war Wetter war nämlich unglaublich gut!

Abends war ich mit Shannon zum Essen verabredet und anschließend ging es noch ins The Quays, denn Shannon und ich sehen uns jetzt für eine Weile nicht mehr, weil sie am Wochenende nach Hause fliegt und erst Anfang Januar zurück kommt. Danke an dieser Stelle nochmal für dein liebes Weihnachtsgeschenk, ich freue mich schon sehr, wenn wir uns wieder sehen!

 

So ihr Lieben, jetzt seid ihr wieder geupdatet! Manchmal passiert einfach so viel, dass mir die Zeit oder einfach die Motivation zum Schreiben fehlt, aber immer, wenn ich mich wieder ans Schreiben setzten, macht es mir echt viel Spaß und es ist schön, die Ereignisse auf die Weise nochmal revue passieren zu lassen.

Ich wünsche euch allen schöne Weihnachtsfeiertage mit hoffentlichen ganz viel Lebkuchen und Plätzchen!

 

07November
2019

Oktoberupdate

Katharina und CelineAlans Pumpkin

Hallöchen ihr Lieben!

Heute gibt es mal wieder einen Blogeintrag von mir und bei dem Blick auf das Datum stelle ich fest, dass ich meinen Vorsatz, wieder regelmäßiger zu schreiben, definitiv NICHT eingehalten habe, upsi! Aber dafür kommt jetzt wieder ein laaaanger Eintrag (Lea, wenn du das wieder am Handy liest, viel Spaß).

Ich habe neulich festgestellt, dass ich jetzt schon über zwei Monate hier in Galway bin. Eigentlich kommt es mir so vor, als wäre ich bereits viel länger hier, aber die Zeit vergeht hier auch wie im Flug. Die Wochen gehen so schnell rum und am Wochenende ist meistens so viel los, dass keine Langweile aufkommt.

Zuletzt habe ich ja von meinem Geburtstag berichtet, an dem ich leider nicht komplett fit war, aber glücklicherweise ging es mir am Ende der Woche wieder gut. Ich glaube wirklich, dass das ein leichter Infekt oder sowas war, in der Zwischenphase von Sommer und Herbst ist das ja relativ üblich und meine Gastmutter hatte eine Woche später die gleichen Symptome wie ich. Aber es ist wieder alles gut und zum Glück war ich am Wochenende wieder fit, um mit ein paar Freunden nachzufeiern. Piri kam nämlich am Samstag nach Galway, aber weil sie noch ein anderes Aupair (namens Barbara, aber sie möchte unbedingt Babsi genannt werden) aus Österreich mitbrachte, schliefen sie diesmal in einem Hostel. Außerdem kam zu unserer kleinen Gruppe ein weiteres deutsches Aupair aus der Nähe von Galway hinzu, ihr Name ist Shannon und sie ist seit einem Monat in Irland und kennt dementsprechend noch nicht so viele Leute. Shannon und ich hatten uns bereits während der Woche abends im Pub getroffen, um uns kennenzulernen und uns gut verstanden, also lud ich sie ein, den Samstag mit uns zu verbringen. Also haben wir beide uns Samstagmorgen schon früher getroffen, um gemeinsam Frühstücken zu gehen und anschließend holten wir Piri und Babsi an der Busstation ab. Es stellte sich heraus, dass wir eine echt coole Gruppe abgaben und einige gemeinsame Interessen hatten (zum Beispiel sind wir alle Vegetarier, das war später ziemlich praktisch, als wir etwas Essen gegangen sind) und wir haben uns zunächst in den Park am Eyre Square gesetzt und uns kennengelernt, denn Piri kannte zwar schon Babsi und mich, ich aber kannte Babsi und die beiden Shannon noch nicht (aha). Also gab es erstaml eine Erzählrunde, Hauptgespächsthema waren natürlich unsere Gastfamilien und die Unterschiede in unserer Aupairarbeit. Während wir erzählten, warteten wir gleichzeitig auf ein fünftes Aupair, eine Spanierin namens Sara, die Babsi kannte und gefragt hatte, ob wir gemeinsam essen gehen wollten. Als unsere Gruppe komplett war, machten wir uns direkt auf die Suche nach etwas zu Essen und landeten in einem meiner Lieblingsrestaurants hier, der Veggie and Vegan Bar, das Essen dort ist so gut und sie haben ein vielfältiges Angebot zu fairen Preisen. Auch wenn Sara das einzige nicht deutsche Aupair war, versuchten wir die ganze Zeit auf Englisch zu reden, auch untereinander, weil wir sie aufjedenfall miteinbeziehen wollten und sie war auch super interessiert an unserem Alltag, hat viele Fragen gestellt und war insgesamt super offen. Man hat richtig gemerkt, dass sie ihr Englisch verbessern will, sie meinte auch selbst, dass sie nicht nur mit Spaniern rumhängen möchte, denn dann würde ihr das für ihre Sprachkenntnis im Englischen nicht wirklich weiterhelfen. Man muss nämlich sagen (und die Erfahrungen haben bisher schon viele Aupairs mit denen ich gesprochen habe gemacht), dass, wenn man mit einer Gruppe Spaniern (oder Franzosen) unterwegs ist, diese kaum Englisch und stattdessen nur Spanisch sprechen und man deshalb (es sei denn man kann zufällig fließend Spanisch sprechen) mehr oder weniger aus dem Gespräch ausgeschlossen wird.

Nach dem Essen schlenderten wir noch über den Markt in Galway, der jeden Samstag stattfindet und bei dem es die unterschiedlichsten Stände gibt, von Gemüse bis hin zu Gebäckwaren, selbstgemachten Waren und Schmuck oder Bratwurst. Ohne Witz, es gibt einen Bratwurststand, der Inhaber heißt Joachim und kommt aus Deutschland (an seinem Stand weht auch immer eine Deutschlandfahne, man muss ja ein Statement setzen). Anschließend verabschiedete sich Sara von uns und auch wir entschieden uns dazu, eine Pause zu machen bevor wir abends weggingen, also fuhren Shannon und ich Heim und Piri und Babsi ruhten sich im Hostel etwas aus. Viel Zeit hatte ich zuhause angekommen zwar nicht, aber es tat trotzdem gut, mal kurz die Beine hochzulegen und sich etwas frisch zu machen. Wieder zurück in der Stadt, traf ich Piri und Babsi in ihrem Hostel und wir saßen noch ein bisschen bei ihnen im Zimmer, quatschten und tranken unseren guten Dosencider als Start in den Abend. In Hostels teilt man sich ja immer mit mehreren Leuten ein Zimmer und anfangs war noch niemand im Raum, aber recht bald kam ein Paar in unserem Alter in das Zimmer (sie war sogar Deutsche), aber ich glaube, die waren eher nicht so in Feier-Laune, denn sie legten sich direkt ins Bett und unterhielten sich dort leise. Dafür waren die nächsten Zimmermitbewohner umso mehr in Feierlaune, zwei Mädels (ich würde sagen Mitte 20, aber das kann man ja immer so schwer einschätzen) schon recht aufgestylt in das Zimmer und fingen kurz nach ihrer Ankunft an, sich zu schminken. Wir machten uns aber recht bald auf den Weg, nachdem wir unseren Cider geleert hatten, einer war noch über und den nahmen wir als Ingeborg mit auf den Weg. Wer sich jetzt fragt, wer oder was Ingeborg ist, nein, es ist nicht noch ein weiteres Aupair, dass wir aufgegabelt haben, sondern Babsis Name für Getränke, die man mit auf den Weg nimmt. Kannte ihr die Bezeichnung Ingeborg für das Wegbier? Aufjedenfall wäre es einer der größten Träume Babsis, den Begriff international durchzusetzen, also trage ich einen Teil dazu bei und teile diese Information mit euch. Der Abend war aufjedenfall sehr erfolgreich und wir hatten viel Spaß, natürlich wurde wieder ordentlich das Tanzbein geschwungen.

Am nächsten Tag (13. Oktober) war ich in Limerick mit Katharina und Celine verabredet (für den Durchblick: die Mädels, die ich bei meiner Ankunft am Flughafen getroffen habe), denn an dem Tag fand ein Vintage-Flohmarkt in einem Hotel in Limerick statt und den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Mädels holten mich am Busbahnhof ab und übergaben mir noch nachträglich ein Geburtstagsgeschenk. Über dieses habe ich mich ganz besonders gefreut, denn ich bekam zum einen einen Jutebeutel zum Selbstbemalen und einen Kaffeebecher für unterwegs (weil ich meinen leider in Deutschland vergessen habe). Ich war wirklich sehr gerührt, dass die beiden so aufmerksam zugehört und sich daran erinnerten hatten, dass ich auf der Suche nach beidem war.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu dem Vintage-Flohmarkt, aber wie sich herausstellte, war dieser ein totaler Flop. Im Internet wurde er als besonders und groß angepriesen, aber letztendlich war es ein Raum mit ein paar Kleiderständern und die meisten Sachen waren Männerklamotten oder einfach nicht wirklich unser Geschmack. Nach fünf Minuten waren wir durch und zogen mit leeren Händen wieder ab, aber dafür haben wir Geld gespart ;)

Wir machten uns aber trotzdem noch einen schönen Tag und schlenderten etwas durch Limerick, besuchten ein paar kleinere Geschäfte und gingen italienisch Essen und zum Abschluss gab es noch eine leckere Waffel. Obwohl wir echt viel Zeit hatten, bis mein Bus zurück nach Galway kam, ging diese schneller vorbei als gedacht und wir saßen echt lange zusammen und quatschten über alles Mögliche. Ich muss echt sagen, dass ich die beiden Mädels schon total lieb gewonnen habe und wir alle auf einer Wellenlänge sind. Während des Gesprächs entstand dann der Plan, dass die beiden am nächsten Wochenende nach Galway kommen könnten, aber diesmal mit Übernachtung, so dass wir abends weggehen könnten und es gab auch einen Anlass, denn am 14. Oktober hatte Celine Geburtstag.

Die Woche an sich war recht ruhig, ich habe euch ja von meiner Pubbekanntschaft erzählt und ich kann jetzt auch mal seinen Namen verraten, Mark. Wir verstehen uns wirklich richtig gut und haben den gleichen Humor und er wohnt nicht allzu weit von mir entfernt, also kann man auch mal unter der Woche nach dem Arbeiten einen Film oder so zusammen schauen. Wir machen aktuell echt viel zusammen und Mittwochabend (16. Oktober) waren wir zusammen auf einem kleinem Konzert von einem irischen Künstler namens John Spillane. Das Ganze fand in dem unteren Bereich eines Pubs statt und die Stimmung war total gemütlich. Bevor der eigentliche Musiker anfing zu spielen, sang ein etwas jüngerer Künstler namens Darragh O´Dea ein paar Stücke und ich muss sagen, beide Musiker waren unglaublich gut! Es wurden auch ein paar irische Lieder gesungen und vor allem John brachte das Publikum zum Lachen (außer mich, weil ich die Witze meistens nicht verstanden habe, aber ich hatte trotzdem Spaß).

In dieser Woche hatte ich leider auch eine etwas unschöne Erfahrung und zwar wegen des Essens, dass ich für die Kinder mache. Jeder, der mich besser kennt, weiß, dass ich kein Kochprofi bin, ich kann einfache Gerichte zubereiten, aber ich bin eben noch sehr unsicher, wenn ich würze oder neue Rezepte ausprobiere. Ich habe hier aber wirklich Spaß am Kochen gefunden und schon ein paar Mal Rezepte aus meinen Studentenkochbüchern, die ich mit nach Irland genommen habe, ausprobiert, die auch wirklich gut gelungen sind. Das Problem ist, dass die Kinder leider sehr sehr wählerisch sind und am liebsten immer nur die drei Gerichte, die sie kennen, essen würden und das ist dann sowas wir Rührei, Nudelsuppe und Nudeln. Außerdem meinte auch Heike, dass sich die Kinder auch an andere Gerichte gewöhnen sollten und ermutigte mich, weiterhin etwas anderes zu kochen, als die Kinder es immer verlangen. Jedoch ist das gar nicht so einfach, denn man will ja, dass die Kinder war im Bauch haben und gesättigt sind, aber wenn das Essen nicht wirklich angenommen wird, frustriert das sehr. Ich habe aber sowohl mit den Kindern als auch meiner Mama in Deutschland geredet und koche zwar nicht immer nur das, was die Kinder gerade wollen, aber halte die Gerichte so einfach wie möglich, damit sie es Essen und ich mich nicht unnötig stresse. Und ich muss sagen, das klappt mittlerweile richtig gut, für sowas muss man glaube ich erstmal ein Gespürr bekommen.

Die Woche ging aber wieder recht schnell rum und Freitagabend war ich mit Lara (die hier studiert) zum Ausgehen verabredet und wir hatten einen echt schönen Abend im The Quays, in dem wieder die gleiche Liveband gespiel hat, die wir dort schonmal zusammen gehört hatten und nach unseren zwei obligatorischen Cider verschlug es uns auf die Tanzfläche, wo wir auch den Rest des abends blieben, es wurde einzig und allein eine Toilettenpause zwischendurch geduldet. Außerdem leistete uns zwischenzeitlich Beata (das tschechische Aupair) Gesellschaft, denn sie war an dem Abend ebenfalls in der Stadt unterwegs und auch Lara verstand sich auf Anhieb gut mit ihr.

Samstag kamen dann, wie verabredet, Katharina und Celine nach Galway und gemeinsam verbrachten wir den Tag mit über den Markt schlendern und in Secondhandläden rumstöbern (erfolgreich). Abends trafen wir uns wieder und blieben diesmal nicht nur in einem Pub, sondern besuchten drei verschiedene, in allen wurde aber super Livemusik gespielt und auch die Stimmung war überall gut und natüüüürlich tanzten wir auch zu dieser guten Musik, was sonst :)

Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Mitternachtssnack im Supermacs und eins kann ich euch sagen, es ist mit einer der lustigsten Sachen, abends im Supermacs betrunkene Leute zu beobachten, dass ist wie eine gratis Comedy-Show (ich behalte es als Geschätsidee mal im Hinterkopf). Besonders interessant sind dabei die Outfits der Frauen, denn man muss leider sagen, dass viele von ihnen den Grad zwischen elegant und naja… nicht so elegant definitiv verpasst haben. Hier ist es Gang und Gebe mit einem Kleid, das gerade so über den Po geht, als wirklich GERADE so, feiern zu gehen und man bei der winzigsten Bewegung nach Vorne die Unterwäsche sieht (leider war ich schon mehrfach Zeuge davon). Deswegen nenne ich diese Kleider liebevoll Unterhemdkleider. Auch sehr interessant ist das Verhältnis zu Selbstbräuner, der hier ebenfalls sehr beliebt ist, jedoch nicht gleichmäßig und auf allen sichtbaren Körperstellen aufgetragen wird. Zum Beispiel saß direkt vor uns eine Frau, die nur ihre Beine „gebräunt“ hatte, der Rücken, der dank ihres sehr weiten Rückenausschnitts zu sehen war, war hingegen weiß. Eben diese Frau hat auch die ganze Zeit versucht ihre Freundin, die schon etwas fertig war und ihren Kopf auf den Tisch gelegt und die Augen geschlossen hatte, mit einer Pommes zu füttern, was eher schlecht als recht gelang und sie dieser die Pommes lediglich ständig ins Gesicht pikste. Sehr amüsant aufjedenfall.

Naja, aufjedenfall trafen wir drei (also die Mädels aus Limerick, nicht die Pommesmädchen aus dem Supermacs) uns morgens zum Frühstück, bevor sie wieder fuhren und wir haben einfach drei Stunden in dem Café gesessen und gequatscht. Wir mussten mehr oder weniger gebeten werden den Tisch für neue Gäste frei zu machen, aber das hat von der Zeit sowieso gut gepasst, denn ich war anschließend noch mit Mark verabredet. Also verabschiedete ich mich von den Mädels, das nächste Treffen ist aber schon geplant, wir wollen uns, sobald es kälter wird, bei Celine treffen und uns einen richtigen schönen Abend mit einem Film machen und auch selbst was kochen, darauf freue ich mich schon so sehr!

Von der Stadt aus machte ich mich auf zu Mark, denn wir wollten das gute Wetter nutzen und die Cliffs of Moher besuchen, denn ich wollte schon die ganz Zeit dorthin und möglichst bevor das Wetter zu schlecht wird und auch Mark war schon lange nicht mehr dort gewesen. Die Fahrt hat sich aber aufjedenfall gelohnt, der Anblick und die Sicht über das Meer sind gigantisch und wir haben sogar einen Platz gefunden, der nicht ganz so überlaufen war und einfach da gesessen und den Ausblick genossen. Ganz in der Nähe ist ein kleines Dorf namens Doolin, das wirklich super schön ist und dort sind wir zum Abschluss noch Essen gegangen, also alles in allem ein so toller Tag!

 

Das einzig blöde an dem Wochenende war, dass ich seit Samstag starke Schmerzen beim Schlucken hatte und zudem feststellte, dass mein linker Lymphknoten ziemlich angeschwollen war. Zunächst dachte ich, dass es an dem Temperaturwechsel liegt und manchmal hat man einfach einen trockenen Hals, aber als die Schmerzen auch noch Montag und Dienstagmorgen so stark waren, wollte ich lieber mal einen Arzt nach seiner Meinung fragen, als schrieb ich meinem Gastvater, wo ich hingehen könnte. Zum Glück ist die Hausärztin nur 10 Minuten zu Fuß von dem Haus entfernt, also machte ich mich gleich auf und glücklicherweise konnte die Ärztin einen Blick auf meinen Hals werfen, ohne, dass ich einen extra Termin ausmachen musste. Zum Gück hatte ich die Woche davor die Kontaktdaten mit dem Großvater von James (sein Name ist Ray), einem guten Freund von Leah, ausgetauscht, denn ich musste zwar nicht lange bei der Ärztin warten, hätte es aber nicht rechtzeitig geschafft die Kinder von der Schule abzuholen, also nahm Ray die beiden mit zu ihrem Haus.

Eins kann ich euch sagen Leute, Arztbesuche in einem anderen Land sind gar nicht mal so ohne. Während ich wartete, musste ich einen Fragebogen ausfüllen mit den ganzen Formalitäten, aber die Sprechstundenhilfe musste, nachdem ich fertig war, noch circa dreimal bestimmte Sachen nachfragen. Mit der Ärztin selbst hat die Kommunikation ganz gut geklappt, ich weiß nur noch nicht, ob ich sie sympathisch finde oder nicht. Meine Befürchtung war, dass ich eine Mandelentzündung hatte, denn die Symptome waren passend. Doktor Doyle war sich da aber nicht so sicher, weil mein Hals nur auf einer Seite angeschwollen war, sie vermutete eher Glendular Fever, was hier unter Studenten sehr verbreitet zu sein scheint. Um sich ganz sicher zu sein, musste sie mir Blut abnehmen und manche wissen das vielleicht nicht, aber ich kann Spritzen gar nicht leiden. Ich sagte ihr auch, dass ich ein Problem damit habe und ich mich lieber hinlegen wolle, habe aber wirklich kein Drama gemacht, sie meinte aber direkt, dass sie für sowas keine Zeit habe (also für irgendwelches Drama). Also diese Reaktion sprach eher für unsympathische Ärztin, denn klar, sie hatte einen vollen Terminplan aber sowas sollte man doch lieber ansprechen oder? Auch, wenn niemand da war, der mir die Hand halten konnte (ich kann Spritzen WIRKLICH nicht leiden), habe ich es überlebt, aber dann stellte Doktor Doyle fest, dass sie noch etwas mehr Blut für einen zweiten Test brauchte. Na toll. Also wieder hinlegen, anderer Arm. Das Blöde war aber, dass auf der Seite kein Blut kommen wollte und daher musste sie nochmal Blut am anderen Arm abnehmen. Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Spaß ich in dem Moment hatte, richtig, nämlich gar keinen. Aber während des Blutabnehmens unterhielt sich Doktor Doyle ein wenig mit mir, was ich in Irland mache und sie erzählte, dass ihr Sohn momentan in Deutschland sei und sich zwar nicht wirklich auf Deutsch unterhalten konnte, aber bereits gelernt hatte, wie man ein Schnitzel und sieben Bier bestellt. Immerhin verdustet er nicht und diese Aussage fiel definitiv in die Kategorie sympathische Ärztin.

Das Ende vom Lied, ich habe Antibiotika verschrieben bekommen, die ich viermal am Tag schlucken musste und auch, wenn ich versuche, Medikamenten so lang wie möglich aus dem Weg zu gehen, haben die Tabletten echt geholfen.

Ursprünglich hatte ich überlegt, das Wochenende vom 26. bis zum 28. Oktober mit Shannon nach Belfast zu fahren, denn wir beide wollen die Stadt wirklich gerne sehen und da am 28. Oktober Bankholidaytag und damit schulfrei war, hätte dieses Wochenende sich angeboten, da die Fahrt nach Belfast ewtas länger dauert. Da ich mich zum einen aber auskurieren wollte und zum anderen sonntags die jährliche Halloweenparade in Galway stattfand, verschoben wir den Ausflug. Shannon ist zwar mit ein paar anderen Aupairs nach Dublin gefahren, ich aber habe gemerkt, wie gut mir das entspannte Wochenende in Galway getan hat. Freitagabend habe ich mich mit Mark zum Kürbisschnitzen verabredet und ich würde sagen, das ist uns ganz gut gelungen. Ich habe einen Charakter aus einer Lieblingsserie von Leah geschnitzt (Teen Titans) und anschließend haben wir noch einen Film geschaut.

Den Samstagmorgen habe ich ganz entspannt zuhause verbracht und mich ein bisschen ausgeruht, aber dann hat mir Beata eine Nachricht gesendet und wir haben uns spontan in der Stadt getroffen und waren Kaffeetrinken, was echt schön war. Ich mag Beata wirklich unglaublich gerne und verstehe mich super gut mit ihr und mir macht es auch Spaß, dass wir uns auf Englisch unterhalten. Denn natürlich ist das etwas anstrengender, eine Konversation nur auf Englisch zu führen, aber dafür bin ich ja hier und es fühlt sich so gut an, wenn man persönlich merkt, dass alles immer flüßiger und besser klappt und der Wortschatz sich erweitert.

Trotzdem war es dann angenehm wieder ins Deutsche zu wechseln, denn abends war ich mit Lara verabredet und sie ist ja auch Deutsche. Lara hat mich in der Stadt abgeholt und gemeinsam sind wir zum Studentenwohnheim, in dem sie aktuell wohnt, gelaufen. Ich muss sagen, die Zimmer sind echt gemütlich und jeder hat sogar sein eigenes Bad, aber auch die Gemeinschatsküche, die zusätzlich eine Sitzecke und einen Fernseher hat, sind recht schön und gemütlich eingerichtet. Lara und ich haben zusammen einen Kürbis für ihren Wohnbereich geschnitzt und während wir in der Küche saßen und an unserem Pennywisekürbis schnitzten, trudelten nach und nach ein paar von Laras Mitbewohnerinnen ein. Zwei von ihnen sind auch Deutsche und die beiden haben sich zu uns gesellt und sogar mitgeholfen, den Kürbis fertigzustellen. Wie wir da so in der Küche saßen, waren wir echt eine nette Runde und nach dem Kürbisschnitzen hat Lara uns beiden noch etwas zu Essen gemacht und dann hieß es auch schon Fertigmachen. Wir wollten nämlich auf eine Halloweenparty im Monroes gehen, auf der 80er und 90er-Musik gespielt wurde und obwohl es noch nicht Halloween selbst war, waren Kostüme gerne gesehen. Ihr müsst nämlich wissen, dass Halloween in Irland total hochgehalten wird und etwas ganz Besonderes ist. Meine Gastkinder reden schon seit meiner Ankunft in Irland pausenlos davon, wie sehr sie sich auf den Abend freuen. In Irland gibt es auch keine Herbstferien, stattdessen gibt es eine freie Woche, wenn Halloween stattfindet. Am letzten Tag vor diesen Ferien gehen die Kinder auch verkleidet in die Schule und es war so süß zu sehen, wie die ganzen Kindern in ihren teilweise so kreativen Verkleidungen zur Schule gebracht wurden. Halloween kann man von den Kostümen sogar ein bisschen mit Karneval in Deutschland vergleichen, denn man zieht hier nicht nur gruselige Sachen an, sondern geht als alles Mögliche, zum Beispiel habe ich einen Kühlschrank, einen Süßigkeitenautomaten und einen Matrosen gesehen, der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt. Leah war übrigens als Werwolf und Eva als Teufel verkleidet.

Aber zurück zur der Halloweenparty, Lara verschwand eine ganze Weile im Bad, aber als sie wieder kam, war ich echt beeindruckt, sie hatte sich nämlich den Sänger Robert Smith von der Band The Cure als Inspiration für ihr Kostüm genommen und sah echt cool aus! Ich hingegen hatte lediglich eine Blumenbluse und ein Haarband angezogen, kombiniert mit meinem Jeanskleid, also kein richtiges Kostüm, aber immerhin ein bisschen Flower-Power. Als wir im Monroes ankamen, war ich überrascht, wie viele Leute doch verkleidet waren und auch hier hatten sich manche Leute echt ins Zeug gelegt. Eigentlich dachten Lara und ich, dass es um 22 Uhr losgehen würde, aber irgendwie hatten wir uns vertan und deshalb saßen wir noch eine knappe Stunde im Pub selbst und haben der Liveband zugehört, was aber auch ganz nett war (auch wenn die Band nicht so gut war). Als sich dann der Großteil der Verkleideten auf den Weg Richtung Ausgang machte, schlossen wir uns diesen an, denn wir hatten keine Ahnung, wo die Party selbst stattfinden sollte. Wie sich herausstellte, hat das Pub einen zweiten Eingang, der zu einem Clubbereich führt und mir ist mal aufgefallen, dass einige Pubs so einen seperaten Clubbereich haben. Sehr interessant. Der Eintritt war aufjedenfall etwas teurer, 10 Euro und auch das haben viele Pubs gemeinsam, die angrenzenden Tanzbereiche kosten Eintritt und nicht gerade wenig. Dazu muss ich aber sagen, dass man in den eigentlichen Pubs auch immer gut tanzen kann und da kommt man kostenlos rein.

Die Musik auf der Party war ganz ok, aber meiner Meinung nach, konnte der DJ die Stimmung nicht wirklich konstant halten. Er spielte zwar einige der 80er und 90er-Klassiker, danach folgten aber circa 15 Minuten dumpfer Beat und danach vielleicht wieder ein guter Song. Also etwas durchwachsen. Lara und ich hatten trotzdem Spaß und tanzten ausgelassen, aber jetzt mal ganz ehrlich, manchmal frage ich mich echt, was bei manchen Leuten los ist. Ich meine, ich tanze wie gesagt auch gerne ausgelassen und ich würde mich nie über den Tanzstil von Leuten beschweren, demn es geht ja um den Spaß. Aber wenn manche Leute mitten auf der Tanzfläche meinen, Salsa tanzen zu müssen und den sowieso schon begrenzten Platz einnehmen, in dem sie sich gegenseitig herumwirbeln und alle anderen Leute beim Tanzen stören, dann bin ich nicht mehr so begeistert. Einfach nein. Aber na gut, wie lange wir letztendlich auf der Party waren, weiß ich nicht mehr so genau, denn in dieser Nacht wurde ja die Zeit umgestellt und dementsprechend habe ich etwas den Durchblick verloren.

Auf Sonntag habe ich mich auch sehr gefreut, denn da stand die Halloweenparade an, der Name ist Magnusparade, für diejenigen, die das vielleicht mal googeln wollen, ich habe nämlich keine Bilder gemacht, weil ich den Moment genießen wollte (und meine Hände kalt waren und in Handschuhen gesteckt haben). Die Parade habe ich mit Mark besucht und wir waren vorher noch was Essen und haben uns ein paar Snacks geholt und das war eine wirklich gute Idee, denn wir mussten länger als gedacht auf die Parade warten und da kam uns das Proviant sehr gelegen. Das Warten hat sich aber definitiv gelohnt!! Verschieden Gruppen haben Kostüme und Wagen gestaltet und da waren echt einige gruselige Sachen dabei. Toll war auch, wie die Akteure mit dem Publikum interagiert und ihre Rollen gespielt haben. Das war aufjedenfall eine coole Erfahrung und der Umzug war viel zu schnell vorbei. Eigentlich wollten Mark und ich danach in ein Pub gehen, aber nahezu alle Pubs, auch die kleineren, die Mark kennt, waren so überfüllt, dass wir uns einfach eine Suppe bei ihm zuhause machten und einen Film schauten.

Die nächste Woche startete für mich sehr entspannt, denn das war ja die schulfreie Woche und dementsprechend konnte ich ausschlafen. Gleichzeitig war der Montag auch Bankholiday-Tag, also hatte ich frei und konnte den Tag gestalten, wie ich wollte. Ich war mittags mit Mark verabredet und gemeinsam fuhren wir zu einem Strand circa 25 Minuten von Galway entfernt, der Ort heißt Spiddle. Die Fahrt hat sich sehr gelohnt, denn wir hatten einen sonnigen Tag erwischt und der Spaziergang am Wasser entlang tat richtig gut! Außerdem gibt es ganz in der Nähe ein kleines Kunstdorf, also einige Läden mit selbstgemachten Sachen und da stöberten wir auch ein wenig durch.

Zum Abschluss fuhren wir zurück Richung Galway und gingen dort im Vorort (Salthill) asiatisch Essen und Leute, ich kann einfach keine scharfen Sachen essen, ehrlich. Mein Essen hatte zwei Flammen als Angabe und ich dachte mir, das passt schon, aber Mark musste noch eine zweite Flasche Wasser holen, weil mir schon die Tränen in die Augen gestiegen sind und ich rot wie eine Tomate wurde. Also das Essen war super lecker, so ist es nicht, aber ich bin so unglaublich schärfeempfindlich, das gibt es nicht. Aber ich habe alles gegessen und war danach etwas fertig, aber wenigstens nicht mehr hungrig. Habe ich jetzt einen Platz an der Wall of Flames verdient?

Der Rest der Woche war echt entspannt, ich musste zwar relativ viel auf die Kinder aufpassen, aber wir hatten viel Spaß zusammen. Zum einen hat es sich echt ausgezahlt, dass ich meinen alten Nintendo DS mit nach Irland genommen habe, denn Eva hat auch einen und so haben wir einige Runden Mario-Kart und Mario-Bross zusammen gespielt. Außerdem haben wir ein paar Halloweenkekse gebacken (das Rezept ist das Gleiche wie für Weihnachtskekse zum Ausstechen, nur dass wir Halloween Formen benutzt haben) und außerdem haben wir einen Kürbis geschnitzt. Also eiegnlich hat ihn Eva geschnitzt und ich habe ihn ausgehölt, das gehört jetzt wohl dazu, wenn man erwachsen wird, man muss die unspaßigen Teile übernehmen. Evas Kürbis ist echt gut geworden, gekreuzte Augen und ein weit offen stehender Mund und als Krönung hat sie dem Kürbis noch ein altes agebrochenes Messer in den Kopf gesteckt. Ich muss sagen, der Kürbis sah echt cool aus und Eva war super stolz, denn es war ihr erster eigener Kürbis. Dann ist aber etwas Blödes passiert und zwar wollte sie den Kürbis im Garten auf eine Mauer stellen, dabei ist er aber zur Seite gekippt und runter gefallen… Zum einen tat mir das total Leid, zum anderen hättet ihr Evas Gesicht sehen sollen, ich musste so anfangen zu lachen (aber Alan auch, also alles gut). Eva und Leah sind direkt zum Nachbar rüber und haben geklingelt (der Kürbis ist nämlich in den Nachbarsgarten gefallen), aber zum Glück war er nicht komplett kaputt, lediglich der Mund war etwas weiter aufgebrochen. Alan hat alles mit zwei Schrauben fixiert und ich muss sagen, am Ende sah der Kürbis, trotz der Macken, noch cooler und gruselig aus.

 

Am Donnerstag war es dann so weit und es war eeeeendlich Halloween. Vormittag und Mittag waren recht unspektakulär, gegen späten Nachmittag gingen die Kinder dann zu ihren Freunden, mit denen sie auf Trick-or-Treat-Tour gehen wollten. Und auch ich habe mich dann für den Abend fertig gemacht, ich habe mir von Marks Arbeitsplatz einen Labormantel mitbringen lassen und auf diesen etwas rote Farbe geschmiert, damit es wie ein verrückter und gruseliger Wissenschaftler aussieht. Also eigentlich sah es nicht wirklich wie ein verrückter Wissenschaftler aus, aber wie Eva jetzt sagen würde, who cares about facts und immerhin hatte ich etwas halloweenmäßiges an. Außerdem habe ich meine Augen sehr dunkel geschminkt und ja, das war es eigentlich auch schon. Piri und Babsi sind extra nach Galway gekommen und haben sich wieder in einem Hostel für die Nacht einquartiert und dort habe ich die beiden (wie beim letzten Mal) getroffen und sie haben sich noch für den Abend fertig gemacht. In dem Raum war diesmal ein Inder, der die ganze Zeit in seinem Bett gelegen und telefoniert hat und noch ein anderes Mädchen. Als wir anfingen über Aupairsachen und unsere Familien zu reden, schaltete sich das Mädchen in das Gespräch ein und fragte uns, ob wir alle Aupairs seien. Das Mädchen heißt Christina und war jetzt zwei Monate Aupair in Irland, hat aber abgebrochen, weil sie mit der Familie nicht klar kam und statt sich eine neue Familie zu suchen, reist sie noch ein bisschen durch die Gegend und fährt dann wieder Heim nach Österreich. Wir unterhielten uns noch ein bisschen mit ihr und kurzerhand fragte Piri, ob sie uns am Abend begleiten wolle und schon waren wir vier Leute. Wir starteten unseren Abend in einem Pub namens 1520 und dort stieß auch noch Shannon zu uns, die zuvor mit ihren Gastkindern um die Häuser gezogen war. Nach einer Runde Getränke und zwei eher weniger geglückten Versuchen am Fotoautomaten, zogen wir ins The Quays weiter, blieben dort aber nicht so lange, weil es so unglaublich voll dort war. Am Anfang haben wir noch nicht viele Kostümierte gesehen, aber desto später es wurde, desto mehr hat man gesehen. Shannon hat sich relativ bald wieder auf den Weg gemacht, weil sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir vier haben uns dazu entschlossen, einen Club zu besuchen, in dem auch eine Halloweenparty stattfand. Der Eintritt war total ok, wir haben 5 Euro bezahlt und die Schlange war unglaublich lang, dementsprechend aber auch viel los und die Stimmung mega gut. Ich muss zugeben, am Anfang war ich nicht sehr motiviert, aber mit der Zeit bekam ich immer mehr Lust zu tanzen, denn die Musik war richtig gut und wir haben noch richtig das Tanzbein geschwungen. Leider haben auch die Clubs hier nicht sehr lange auf und Punkt 2 Uhr wurde die Musik ausgemacht und es war Schicht im Schacht, aber gelohnt hat sich der Besuch alle Mal!

Piri ist Freitagmorgen wieder Heim gefahren, Babsi hingegen blieb noch eine Nacht in Galway und bekam zusätzlich Besuch von einem Freund (auch ein Deutscher), der momentan ein Praktikum in einem Reisebüro in Dublin macht und wir haben uns für den Abend wieder verabredet. Am späten Nachmittag war ich aber zunächst mit Mark verabredet, um in unserem Lieblingsrestaurant den leckeren Veggieburger zu essen. Es ist nämlich so, dass Mark am Samstag mit einem Freund nach Vietnam geflogen ist, sie hatten diesen Urlaub schon lange geplant und er bleibt drei Wochen dort, also wollten wir vorher nochmal was machen. Außerdem war es Marks letzter Arbeitstag in seinem alten Department, denn nach der Reise will er sich etwas Neues suchen. Am Abend veranstaltete er eine kleine Abschiedsfeier in einem Pub und hatte auch mich dazu eingeladen, was mich sehr gefreut hat, aber anfangs war ich sehr unsicher, ob ich kommen soll. Letztendlich habe ich aber zugesagt, weil ich mir dachte, komm, überwinde deinen inneren Schweinehund, das wird schon schiefgehen und im Nachhinein bin ich so froh, dass ich hingegangen bin! Ich kam so gegen viertel nach 11 an, nachdem ich zuvor mit Babsi, ihrem Freund aus Dublin und Shannon im 1520 (dort gab es an dem Abend sogar alkoholhaltige Freigetränke von Coco Cola zum Probieren) und im The Quays gewesen war, Shannon musste aber wieder einen früheren Bus nehmen und so sind Babsi und ihr Kumpel alleine weitergezogen und ich zu der Party, das hat alles gut gepasst. Marks Freunde und Arbeitskollegen sind alle super freundlich und ich habe einige echt gute Gespräche an dem Abend geführt und zudem noch einige seiner Geschwister kennengelernt, von denen hat er nämlich gleich acht Stück! Am Ende haben wir noch richtig abgedanct und der Abend hat unglaublich viel Spaß gemacht!

Der Samstag war für mich super vollgepackt, denn morgens habe ich schnell meine Tasche gepackt und bevor ich in die Stadt gefahren bin noch kurz mit meinem Papa telefoniert. In der Stadt habe ich mich dann zunächst nochmal mit Mark zum Kaffeetrinken verabredet, weil wir uns nochmal richtig verabschieden wollten und anschließend traf ich mich mit Shannon. Sie musste nämlich noch ein Geschenk auf dem Markt kaufen und wir sind zu dem Arts Centre in der Stadt gelaufen, um unseren Beitrag für den Kunstkurs zu bezahlen, denn wir zusammen machen werden. Der Kunstkurs findet immer Montagabend für knappe zwei Stunden statt und wird von einer relativ jungen Künstlerin geleitet, die vor allem bei der Gestaltung von Portfolien hilft, was uns beiden sehr gelegen kommt, denn Shannon möchte gerne Modedesign und ich ja unteranderem Kunst studieren. Danach sind wir in einem Pub etwas essen gegangen und da kam auch noch Babsi zu uns dazu, denn wir beide fuhren an dem Abend nach Roscommon, um Piri zu besuchen (also ohne Shannon, von ihr haben wir uns nach dem Essen verabschiedet).

Eigentlich waren Babsi und ich super müde und wollten auf der Busfahrt schlafen, aber irgendwie haben wir doch die ganze Fahrt durchgequatscht. Ich mochte Babsi schon davor, aber das Gespräch hat mir gezeigt, dass wir uns ähnlicher sind, als ich dachte und in der Vergangenheit in ähnlichen Situationen geredet haben und ich würde sagen, dass Gespräch hat uns noch etwas näher gebracht. Außerdem hatte ich vormittags noch ein paar Snacks für die Fahrt gekauft, die ich jetzt brüderlich mit Babsi teilte, uns ging es also echt gut und im Bus war es super gemütlich, weil es draußen in Strömen regnete.

In Roscommon angekommen, wartete bereits Piri an der „Bushaltestelle“ auf uns (ehrlich, wenn man nicht gerade weiß, wo man aus-oder einsteigen muss, kann Busfahren echt zum Problem werden, denn Iren haben es nicht so mit dem Markieren von Busstationen, vor allem nicht auf dem Land) und hatte noch Bella, den Hund der Gastfamilie dabei. Ich wusste ja schon vorher, dass Piri in Mitten von nichts wohnt und immer eine Dreiviertelstunde zum Bus laufen muss, aber als wir den Weg jetzt gemeinsam liefen, bekam ich nochmal eine ganz andere Vorstellung von dem Weg. Der Weg ist eine Landstraße, über die auch Autos fahren und es gibt keinen richtigen Fußgängerweg, Piri hat also meistens eine Warnwerste und ihre Handytaschenlampe an, um gesehen zu werden. Also ich finde der Weg ist echt nicht ohne, wenn man ihn im Dunklen läuft und zieht sich schon, aber das Haus selbst ist so idyllisch gelegen und richtig gemütlich! Ich fand es total interessant, mal in einem Haus einer anderen Gastfamilie zu sein und zu sehen, wie Piris Leben dort so aussieht, zumal sie uns ja schon einiges von ihrer Familie erzählt hatte. Piri passt auf vier kleine Mädchen auf, die zwar allesamt zuckersüß sind, aber es auch faustig hinter den Ohren haben. Mir wurde da nochmals bewusst, dass ich recht froh bin, auf ältere Kinder aufzupassen, weil man mit diesen bereits auf einem ganz anderen Level reden kann.

Wir blieben aber nicht lange im Haus, sondern zogen uns schnell um und aßen noch etwas Kleines, weil wir eigentlich recht schnell wieder zu der Busstation mussten, um den Bus in die Stadt zu erwischen. Aber wir hatten Glück und ein Verwandter oder Freund von der Gastmutter war zu Besuch und konnte uns netterweise mitnehmen. Dementsprechend hatten wir uns zwar den Weg zum Bus und das Geld für die Fahrt gespart, waren aber auch schon sehr früh da. Zunächst gingen wir in ein Pub, dass Piri auch noch nicht kannte (man muss aber auch dazu sagen, dass es echt nicht sehr viel Auswahl gibt, Roscommon ist sehr klein) mit dem Namen Larry´s Pub und dort waren lediglich ein paar alte Männer, die an der Bar saßen oder Billiard spielten und hinter der Theke arbeitete eine etwas ältere Frau, die immer wieder an ihrer E-Zigarette zog. Aber ich muss sagen, es war echt gemütlich in dem Pub und wir drei verzogen uns in eine Ecke, wo wir den Abend mit einem Guiness starteten und das war so gut dort, eins der Besten, die ich bisher getrunken habe! Wir hatten wieder richtige gute Gespräche und haben über die verschiedensten Themen gesprochen und außerdem ausgemacht, dass wir vor Weihnachten noch ein Wochenende zusammen nach Dublin fahren wollen, worauf ich mich schon sehr freue. Als nächstes zogen wir weiter in die Hollywood-Bar, in der die ganzen jungen Leute von Roscommon abzuhängen scheinen und dort ging es mit einem Strawberry-Cider weiter, sehr zu empfehlen! Es hat echt Spaß gemacht, die Leute um uns herum zu beobachten, aber wir fühlten uns schon etwas underdressed, als wir die ganzen Mädels in ihren Aufmachungen sahen. Es war schon lustig, die Mädels schienen sich alle untereinander zu kennen und saßen in großen Gruppen zusammen, einige waren ganz schon auf Flirtkurs und gingen bei den eher in der Unterzahl anwesenden Jungs ordentlich in die Offensive und ging das eine Mädchen mal kurz weg, aufs Klo oder so, wurde der Platz ganz schnell von jemand anderem eingenommen. Und wir drei saßen mittendrin und haben das alles sehr aufmerksam beobachtet. Babsi hat aber leider im Laufe des Abends Halsschmerzen bekommen und fühlte sich etwas schlapp, weshalb sie irgendwann kaum noch etwas sagte, um ihren Hals zu schonen (ok, zum Beobachten braucht man ja auch keine Stimme) und ich schlug vor eine Runde heißen Whiskey auszugeben, der soll ja bekanntlich gut für den Hals sein. Und so endete unser Abend mit einer Runde heißem Whiskey, nicht, weil wir danach alle viel zu betrunken waren, sondern, weil Babsi echt schlapp war und wir uns ein Taxi riefen. Die halbe Stunde Wartezeit nutzen wir dazu in einem nahegelegen Imbiss etwas zu Essen zu kaufen, um es später bei Piri zu essen. Das Coole, Piri ruft immer den gleichen Taxifahrer, wenn sie in Roscommon weg war und muss nur den Namen der Gatsmutter sagen und der Fahrer weiß, wo er hin muss. Landleben. Ich habe vorne gesessen und mich dementsprechend mit dem Fahrer unterhalten und dieser war so nett und aufgeschlossen, wir haben ein bisschen über Irland gequatscht, woher ich und die anderen Mädels kommen und dies und das. Zwar hatte er auch einen etwas stärkeren Akzent, aber ich kam erstaunlich gut mit diesem klar und habe sogar ein Kompliment für mein Englisch bekommen, was mich immer total freut!

Bei Piri haben wir nur noch unsere Snacks gegessen und sind dann ins Bett, aber leider war die Nacht nicht sehr erholsam für mich, denn wir quetschten uns allesamt in Piris Bett und ich lag in der Mitte, dementsprechend hatte ich nicht gerade viel Platz. Außerdem bekam Babsi während der Nacht nicht so gut Luft und atmete SO laut neben mir (sie kann ja nichts dafür), also sagen wir es mal so, ich habe schon besser geschlafen. Wir musste morgens aber auch schon früh raus, da Babsi gegen 9 Uhr von ihrer Gastmutter in Roscommon abgeholt wurde und ich zum Bus musste, denn sonntags fahren genau zwei Busse von dort nach Galway, um 8:50 Uhr und um 19 Uhr abends. Und da ich nicht den ganzen Tag in Roscommon bleiben und zu spät nach Hause kommen wollte, war ich auf den frühen Bus angewiesen. Landleben. Aber der Weg zur Haltestelle war so schön dieses Mal, zum Spaziergehen ist die Landschaft ideal und es war toll, schon früh morgens draußen zu sein und den Beginn eines neuen Tages mitzuerleben.

Den restlichen Sonntag habe ich ganz entspannt zuhause verbracht und gegammelt (anders kann ich es nicht sagen), das muss auch mal sein. Eigentlich wollte ich abends nochmal eine Runde zum Strand gehen, stattdessen trugen mich meine Füße aber zum Einkaufszentrum und ich deckte mich mit ein paar Snacks ein. Leider hat es auf dem Hin- und Rückweg in Strömen geregnet, aber was macht man nicht alles für Essen ;).

 

Soooo, das war es jetzt aber auch, ist ja wohl genug fürs Erste. Bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 

03Oktober
2019

Durchwachsene Wochen

Hallihallo!

 

Wie versprochen, kommt der nächste Eintrag dieses Mal etwas früher. Zwar sind seit dem Hochladen des letzten Eintrags nur ein paar Tage vergangen, aber der Bericht ist über die letzten zwei Wochen.

Die letzte Woche startete natürlich ganz normal Montagmorgen mit dem üblichen Ablauf und wie versprochen, schildre ich diesen jetzt mal.

Ich stehe morgens mit auf, um Heike dabei zu helfen, die Kinder für die Schule fertig zu machen, das heißt für mich um 8 Uhr in der Küche sein. Meine Aufgabe ist es, die Lunchboxen für die Kinder vorzubereiten, also Gemüse und Obst kleinschneiden, die Wasserflaschen aufzufüllen und alles in den Ranzen zu verstauen. Meistens decke ich den Tisch und schaue, dass Leah sich nach ihren zwei obligatorischen Tassen Milch am Morgen anzieht und die Zähne putzt. Also ganz allgemein, es ist einfach gut, eine zweite Person am Morgen im Haus zu haben, die mithilft, damit die Kinder rechtzeitig das Haus mit Heike verlassen. Die Schule ist 10 MInuten zu Fuß entfernt und Heike bringt die Kinder überlicherweise dorthin, es sei denn, sie muss früh in der Uni sein, dann übernehme ich das. Anschließend räume ich die Küche und das Wohnzimmer auf und sauge und danach geht es für mich "offiziell" um 14:30 Uhr weiter und zwar, wenn die Schule vorbei ist und ich die KInder abhole. Das heißt, so lange habe ich Freizeit. Diese nutze ich ganz unterschiedlich, entweder gehe ich spazieren oder fahre in die Stadt, manchmal lege ich mich nochmal hin, wasche mein Wäsche und räume mein Zimmer auf, mache ein bisschen Sport (kommt leider nicht zu oft vor) oder skype mit Freunden und Familie. Oder ich bereite schon etwas zu Essen für die Kinder vor.

Nachdem ich die Kinder von der Schule abgeholt habe, mache ich ihnen etwas zu Essen, schaue, dass sie ihre Hausaufgaben machen und bringe sie zu ihren Freizeitaktivitäten oder Leah zu ihren Freunden. Ich habe kein offizielles Arbeitsende, es kommt immer darauf an, wann die Eltern von der Arbeit zurück kommen. Dann bin ich sozusagen fertig und kann mich mit Freunden treffen oder so. Manchmal mache ich auch nur einen Spaziergang oder schaue mit den Kindern TV.

Letzten Montag war ich zum Beispiel mit Katharine, der Frau, die ich bei Drink and Draw kennengelernt hatte, verabredet. Jedoch war ich die ganze Zeit nicht sicher, wann wir uns denn treffen könnten, denn an dem Tag war alles etwas chaotisch. Meine Gastfamilie hatte nämlich ein Treffen mit meiner möglichen Nachfolgerin ausgemacht, einem Mädchen namens Hannah, die noch zur Schule geht und mit ihrer Klasse für ein paar Tage in Galway war und demententsprechend hat sich die Situation perfekt angeboten, sich vor Ort zu treffen. Ich war anfangs nicht sicher, ob ich auch mitkommen oder die Kinder nur in die Stadt bringen sollte, letztendlich war ich aber auch bei dem Treffen dabei. Ich fühlte mich um ehrlich zu sein etwas unbehaglich vor dem Treffen, weil es für mich eine komische Situation war, als aktuelles Aupair auf meine eventuelle Nachfolgerin zu treffen, zumal ich selbst ja noch nicht allzu lange hier bin und mir das nochmal gezeigt hat, dass ich eine von vielen Aupairs bin. Aber Hannah ist echt nett, vielleicht etwas schüchtern, aber das Treffen war eigentlich ganz lustig, die Kinder waren gut drauf und irgendwann bin ich dann zu meiner Verabredung gegangen. Katharine und ich waren zuerst in einem Restaurant namens "Pasta Factory" essen und wie der Name schon sagt, dort gibt es zahlreiche Gerichte mit verschieden Nudeln. Anschließend machten wir uns auf in ein Pub namens "Monroes", denn dort spielte an dem Abend eine Liveband und dazu gab es irischen Tanz. Es hat großen Spaß gemacht, den überwiegend älteren Iren bei den Tänzen zuzuschauen und auch die Besucher durften bei ein paar Tänzen mitmachen. Katharine und ich haben auch zweimal mitgetanzt und auch, wenn die Tänze etwas chaotisch waren, hat es großen Spaß gemacht. Was ich aber gemerkt habe, die älteren Herrschaften, die mitgetanzt haben, halfen gerne, die Schrittfolgen zu erklären, waren aber manchmal strenger, als ich gedacht hätte, ich glaube, die nehmen das sehr ernst. Aufjedenfall war es ein gelungener Abend und Katharine und ich haben uns für Freitagabend verabredet, um an ihrem letzten Abend in Galway gemeinsam wegzugehen.

In dieser Woche konnte ich leider nicht zum Zumba gehen, weil ich auf an beiden möglichen Terminen auf Leah aufpassen musste, denn aktuell sind hier an den Secondary Schools die Tage der offenen Tür und dementsprechend hat Eva diese mit ihren Eltern besucht. Dafür war ich aber an einem Vormittag in einem anderen Kurs namens "Body-Shape" und der war auch ganz gut. Geleitet wurde der Kurs von einer sehr symphatischen Frau, ich glaube, sie ist Afrikanerin und wir haben mithilfe von Gewichten und so einem Trittchen ein Bodyworkout gemacht, das hat echt gut getan und war teilweise etwas anstrengender, man konnte aber gut mithalten. Für mich war das ja der erste Besuch in diesem Kurs und dementsprechend habe ich manchmal etwas mehr Hilfelesitungen und Verbesserungsvorschläge bekommen, aber auf eine motivierende und nicht frustrierende Art.

Auf das Wochenende habe ich mich dieses Mal besonders gefreut, denn ich hatte viel geplant. Freitagabend war ich ja mit Katharine verabredet und wir hatten nochmal einen schönen Abschlussabend zusammen! Wir waren wieder im "The Quays" und hatten einige gute Gespräche, aber als die Liveband anfing zu spielen, war unterhalten kaum noch möglich. Also haben wir uns irgendwann auf den Weg Richtung Tanzfläche gemacht und getanzt. Ich muss sagen, die Band ansich war nicht schlecht, mir persönlich aber etwas zu rockig und definitiv zu laut, Wir sind auch nicht allzu lange geblieben, da Katharine am nächsten Tag eine lange Reise bevorstehen hatte, da sie mit dem Auto nach Irland gekommen war und dementsprechend die Fähre zurück nach England nehmen musste.

Samstagmittag habe ich mich in einem Kaffe in der Stadt mit dem alten Aupair meiner Gastfamilie getroffen. Sophia hat die Zeit in Galway so gut gefallen, dass sie beschloss, ein zweites Aupair-Jahr zu machen und jetzt ist sie wieder hier, aber in einem anderen Stadtteil von Galway. Ich muss sagen, dass Treffen war an sich gut, sie hat mir auch angeboten, mal zusammen weg zu gehen oder was zu machen, aber ich weiß noch nicht ganz, ob wir von der Art zueinander passen. Sie ist zwar nett und aufgeschlossen, aber sie hat diese taffe Art und natürlich hat sie schon ein Jahr hier verbracht, sich einen Freundeskreis aufgebaut und Erinnerungen gemacht, aber ich mag es nicht, wenn man mir sagt, woran man sich noch gewöhnen wird, was normal für die Stadt hier ist und so weiter. Also prinzipiell macht mir das natürlich nichts, aber sie hat es irgendwie auf eine blöde und leicht überhebliche Art gemacht. Mal schauen.

Erinnert ihr euch noch an die Bekanntschaft im Pub, die ich zusammen mit Piri gemacht habe? Ich habe ja schon verraten, dass wir uns nochmal getroffen haben und zwar Samstagabend. Zuerst sind wir ins "The Quays" (wohin sonst) und haben die livebandfreie Zeit genutzt, um uns etwas zu unterhalten und anschließend machten wir uns auf in Richtung der anderen Brückenseite von Galway in ein ewtas kleiners Pub (dessen Namen ich immer vergesse). Dort fand eine sogenannte Session ab, es saßen also einige Musiker mit den unterschiedlichsten Instrumenten zusammen und es wurde gemeinsam musiziert und gesungen. Die Stimmung war super gut, man konnte gar nicht anders als mitgehen und ich war froh, eine solche Session mitzuerleben, denn das habe ich mir ja gewünscht. Ein etwas blöder Zwischenfall hat dem schönen Abend leider einen Dämpfer versetzt und zwar ist an dem Abend meine Jacke abhanden gekommen. WIr hatten unsere Jacken nämlich zur Seite gelegt, als wir an die Bar gingen und als wir auf ins nächste Pub wollten, ware meine nicht mehr da. An sich nicht weiter schlimm, aber dummerweise waren meine Haustürschlüssel in dieser Jacke... es stellte sich aber heraus, dass statt meiner noch eine andere rote Jacke im Pub lag, ebenfalls mit Schlüsseln darin (sogar Autoschlüsseln) und diese Jacke haben wir an der Bar abgegeben und der Bardame Bescheid gesagt. An dieser Stelle muss ich nochmal sagen, wie lieb diese Frau war, sie hat direkt angeboten, sich die Videoüberwachung anzusehen und unsre Kontaktdaten aufgenommen. WIr haben währenddessen an der Bar gewartet und tatsächlich stellte sich heraus, dass die Jacken einfach verwechselt wurden. Die Bardame konnte sogar den Besitzer ausfindig machen und hat diesen direkt kontaktiert. Das war so unglaublich lieb und hilfsbereit! Letztendlich ist also alles gut gegangen und meine Jacke samt Schlüsseln sind wieder aufgetaucht.

Sonntags habe ich mich Celine und einem anderen Aupair aus Limerick namens Katharina getroffen. Die beiden kamen mit dem Bus nach Galway und wir sind zunächst einen Kaffee trinken gegangen, um uns alle etwas kennenzulernen. Celine und Katharina hatten sich zuvor schonmal getroffen, da beide nur knappe 15 Minuten voneinader entfernt wohnen, mir war Katharina aber auch nicht ganz unbekannt, denn ich hatte sie (wie Celine) an meinem Ankunftstag in Irland bei der Gepäckaufgabe kennengelernt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass die beiden nach Galway kamen. Nach unserem Kaffeepäuschen, bei dem wir uns sehr viel über unsere bisherigen Aupairerfahrungen austauschten, sind wir ein bisschen durch die Stadt gelaufen und waren etwas bummeln (die meisten Geschäfte haben in Irland sonntags ja auch auf) und einen Spaziergang entlang der Küste gemacht. Das war super schön, vor allem, weil genau in dieser Zeit die Sonne super intensiv geschienen hat. Teilweise war es für Außenstehende bestimmt lustig, drei wild gestikulierende Mädchen vorbeilaufen zu sehen, denn wir drei hatten einige sehr gute Gespächs- und Diskussionsthemen und unterstrichen alles mit viel Mimik und Gestik. Zum Abschluss sind wir in ein Pub gegangen und haben uns dort etwas zu Essen bestellt, Pizza und Calzone und das Essen war für den Preis wirklich so gut (nicht so wie Piri und meine Minipizza...)!

Montag war für mich ein etwas blöder Tag, denn Sophia (das alte Aupair) kam zu Besuch. Natürlich konnte ich die Freude der Kinder verstehen, sie wiederzusehen und habe mich aus den Gesprächen weitestgehend rausgehalten, aber es war schon ein sehr befremdliches Gefühl nebendran zu sitzen. Sophia hat nach ein paar Sachen gefragt, ob nach vieles beim Alten sei, natürlich haben sie und die Kinder auch über ein paar Sachen gesprochen, die sie gemeinsam erlebt haben, das ist ja auch verständlich. Was mich aber gestört hat, war wieder die Art, mit der mir manche Sachen gesagt wurden, wie "Ja, das ist ganz typisch für Eva oder Leah!" oder "Hat sie das schon bei dir gemacht?" oder ähnliches. Ich meine, ein bisschen Zeit mit den Mädchen und der Familie habe ich jetzt auch schon verbracht! Ich bin dann irgendwann in mein Zimmer und habe die drei in Ruhe gelassen und gegen Abend ist Sophia dann auch wieder gefahren.

Ansonsten war ich die Woche wieder im Body-Shape-Kurs, aber diese Mal leitete ihn nicht (wie erhofft) die nette Frau, sondern ein Mitarbeiter des Fitnesscenters, ein richtiger Muskelprotz. Als er den Raum betrat, wusste ich schon, dass diese Stunde anders werden würden - und ich sollte recht behalten. An diesem Donnerstag war ich die jüngste Kursteilnehmerin, es waren auch einige ältere Herrschaften dabei, aber alle haben die Übungen durchgezogen und obwohl es super anstrengend war, hat es richtig gut getan, sich auszupowern. Außerdem war auch dieser Trainer super nett und half auf motivierende Art und Weise, die Übungen richtig auszuführen.

Freitagabend war ich mit Lara verabredet, um endlich mal gemeinsam in ein Pub zu gehen. Vorher waren wir noch etwas Essen und dann machten wir uns auf ins The Quays. Zum Glück konnten wir noch einen guten Sitzplatz ergattern und nach unserem ersten Cider (Lara hatte davor noch keinen in Irland getrunken), verstand Lara, warum ich diesen so mochte und dem Guiness vorziehe. Die Liveband an dem Abend war richtig gut und wir hatten einen tollen Aben mit viel Lachen und Tanzen. Besonders interessant war eine Begegnung mit einer Frau direkt am Tisch neben uns. Als ihr Freund neue Getränke holen ging, sprach sie uns an, denn sie wollte wissen, woher wir kommen. Sie hatte unserem Gespäch entnommen, dass wir aus Deutschland sind und fragte, wo genau wir her kämen und was wir hier machten. Am Anfang war das auch super lieb und freundlich, aber irgendwann wurde sie einfach nur noch nervig. Ich weiß nicht, ob sie schon etwas betrunken oder es einen anderen Grund hatte, aber sie stellte ständig die gleichen Fragen und wiederholte auch selbst alles mehrfach, was sie bereits gesagt hatte. Ich bin mir ziiiiemlich sicher, dass sie schon gut einen sitzen hatte und war auch nicht zu traurig, als sie und ihr Begleiter sich verabschiedeten und weiter zogen.

Samstagabend war ich wieder mit meiner Pubbekanntschaft unterwegs und wir waren wieder in dem coolen Pub, in dem eine Livesession stattfand. Es war erneut großartig, den Musikern zuzuhören und wir hatten viel Spaß, die Leute im Pub zu beobachten. Anschließend gingen wir noch in ein weiteres Pub und danach in eine Mischung aus Bar und Club, wo wir etwas tanzten. Das allerblödste war aber (Ich konnte es echt nicht glauben!), als wir gehen wollten, war die Jacke meiner Begleitung verschwunden! Mein Schal war auch weg, aber wir waren uns sicher, dass dieses Mal keine Verwechslung stattgefunden hatte. Wir haben zwar wieder unsere Kontaktdaten hinterlassen, aber, dass die Jacke dieses Mal wieder auftaucht, ist serh unwahrscheinlich. Zum Glück waren keine Wertsachen in den Taschen und meinen Schal haben wir circa 20 Meter entfernt vom Eingang auf dem Boden gefunden. Sehr merkwürdig! Aber der Abend war trotzdem sehr gelungen. Außerdem habe ich auf der Toilette noch einen neuen Kontakt geknüpft, ein 23-jähriges Mädchen namens Lea. Ich habe sie ganz spontan angesprochen, weil sie an dem Abend wirklich gut aussah und ich ihr ein Kompliment dafür gemacht habe und daraufhin kamen wir ins Gespräch und haben Nummern ausgetauscht.

Sonntagmorgen war ich mit meiner Pubbekanntschaft und seinem Mitbewohner frühstücken und etwas später am Mittag traf ich mich mit einem tschechischen Aupair namens Beata. Zunächst sind wir in ein Cafe und haben super leckere Pancakes gegessen und uns etwas kennengelernt und anschließend sind wir durch die Stadt gebummelt und haben ein paar Secondhandläden abgeklapper (leider ergolgreich...). Wir haben uns beide sehr gut verstanden und Beata ist jetzt schon seit 8 Monaten hier, hat ihre Aupairzeit aber bis zum nächsten Sommer verlängert, also habe ich jetzt auch eine weitere Ansprechperson vor Ort selbst!

Das war also wieder ein sehr schönes und vollgepacktes Wochenende, leider ging es mir Sonntagabend aber ganz plötzlich richtig schlecht. Als ich zuhause ankam, merkte ich bereits, dass mein Magen anfing zu rebellieren und kurz darauf überfiel mich eine plötzliche Übelkeit. Ich habe leider die halbe Nacht wach gelegen, weil mir so schlecht war und auch den Montagmorgen im Bett verbracht. Über den Tag wurde es zwar etwas besser und ich konnte abends besser schlafen, aber leider war ich auch Dienstag, an meinem Geburtstag, nicht wieder zu 100 % fit.

Mein Geburtstag habe ich sehr entspannt verbracht, morgens bin ich normal mit aufgestanden und habe die Kinder zur Schule gebracht. In der Küche erwartete mich ein riesiger Blumenstrauß und ein paar Geschenke von der Gastfamilie, darüber habe ich mich sehr gefreut! Anschließend bin ich in die Stadt gefahren und habe mich mit Lara zum Frühstücken getroffen (mein Frühstück bestand aus einem Smoothie, mehr habe ich nicht runter bekommen). Leider musste Lara relativ früh in die Uni, weshalb ich dann wieder Heim gefahren bin und mich ins Bett gelegt habe. Später am Nachmittag gab es auch einen leckeren Zitronenkuchen von Heike (den Eva seeeeehr reichlich verziert hat) und sie kam sogar extra früher nach Hause, um ein leckeres Curry zu kochen! Das war wirklich super lieb (und lecker)! Den restlichen Tag habe ich sehr gemütlich ausklingen lassen, zumal ich abends ziemlich starke Bauchkrämpfe hatte. Aber ich wollte mich nochmal bei allen für die lieben Glückwünsche Bedanken, ich habe moch über jede Nachricht oder sogar das ein oder andere Päckchen sehr gefreut! Auch, wenn die Gesamtsituation jetzt etwas blöd gelaufen ist, versuche ich positiv zu bleiben und am Wochenende kommt Piri nach Galway und wir holen das Feiern aufjedenfall nach! Mir geht es insgesamt auch schon viel besser, ganz beruhigt hat sich mein Magen noch nicht, aber ich lasse die Woche auch ruhig angehen.

Soooo, jetzt hattet ihr mal wieder ein bisschen was zu lesen! Abgesehen von der Magensache geht es mir nach wie vor sehr sehr gut hier, ich bin nach wie vor glücklich mit meiner Entscheidung, vor allem mit meiner Stadtwahl!

Liebe Grüße an alle und bis zum nächsten Mal <3

 

PS: Wundert euch nicht über das Datum der Veröffentlichung, ich speichere die Sachen, die ich schreibe zwischendrin und lade sie erst nach ein paar Tagen hoch, deswegen steht da 3. Oktober. ;)

 

 

 

20Sept
2019

Endlich mal wieder ein Lebenszeichen!

Spaziergang durch GalwayHallihallo ihr Lieben!

Der Titel meines heutigen Eintrags sagt ja schon alles, ich melde mich endlich mal wieder bei euch, aber die letzten Tage waren so ereignisreich und manchmal war ich einfach so erschöpft oder habe Zeit für mich gebraucht. Aber jetzt könnt ihr euch auf einen seeeeehr langen Blogeintrag gefasst machen, also kocht euch vielleicht eine Tasse Tee oder Kaffee (mache ich auch gerade) und macht es euch gemütlich!

Der letzte Stand war ja, dass Isolde nach Galway gekommen ist und da setze ich jetzt mal ein. Donnerstags haben wir uns morgens in der Stadt getroffen und sind erstmal ausgiebig frühstücken gegangen, das war super schön! Es tat so gut, ein bekanntes Gesicht zu sehen und mit jemandem über die Zeit, die bisher vergangen war, zu reden und einem seiner besten Freunde sein Herz auszuschütten. Zumal ich sagen muss, dass es mir zu diesem Zeitpunkt nicht sehr gut ging. Ich war in der zweiten Hälfte der Woche super ausgelaugt und erschöpft und musste erstmal mit der Routine, die mit der Schule begonnen hatte, klar kommen, genauso wie mit der Routine der Familie selbst. Dementsprechend habe ich die Ausszeit mit Isolde sehr genossen und war auch froh, dass sie eine Woche blieb.

Wir wollten aufjedenfall das Wochenende zusammen nutzen und dachten uns, dass es am Schönsten wäre, gemeinsam wegzufahren. Aber wir stellten schnell fest, dass es gar nicht mal so einfach ist, spontan ein Zimmer von Samstag auf Sonntag zu finden, das zum einen nicht allzu teuer und zum anderen auch mit dem Bus und zu Fuß gut zu erreichen ist, denn wir haben ja beide kein Auto zur Verfügung. Nach langer Suche haben wir uns dann letztendlich für den kleinen Ort Ennis entschieden, in den man ca 1,5 Stunden von Galway aus mit dem Bus fährt. Als ich Heike davon erzählte, war sie ganz erstaunt und fragte, was wir denn in Ennis wollten, denn da gäbe es wirklich nicht viel zu sehen. Naja, jetzt ist es zu spät, dachten wir uns und uns ging es ja hauptsächlich darum, zu zweit was zu unternehmen. In Ennis angekommen stellten wir dann aber ganz schnell fest, was Heike meinte. Schon der Busbahnhof ließ uns an unserer Entscheidung zweifeln, aber wir blieben positiv und machten uns auf in Richtung "Stadtzentrum". Dort gab es zum Glück doch einige Läden und Restaurants und weil es noch recht früh am Mittag war, liefen erstmal durch die kleinen Straßen und suchten nach etwas zu Essen, denn wir waren beide super hungrig. Nach unserer Snackpause erkundeten wir ein bisschen Ennis und haben tatsächlich ein paar nette Läden und Cafes gefunden. Man kann sich Ennis von der Größe ungefähr so wie Meisenheim vorstellen, aber die Straßen und die Atmosphäre insgesamt sind sehr schön. In einem Klamottengeschäft wurden wir von einer sehr liebenswerten Verkäuferin beraten und haben noch ein paar Tipps für beliebte Pubs bekommen. Als es schon fast drei Uhr mittags war, machten wir uns auf den Weg zu unserer Übernachtungsunterkunft, die Isolde im Vorhinein gebucht hatte. Die Suche nach dieser stellte sich aber als etwas umständlicher heraus als gedacht. Zum einen hatten wir beide kein Internet unterwegs, fanden die angegebene Straße aber trotzdem recht schnell. Nur war dort nirgends die Unterkunft ausgeschildert oder irgendwo ein Hinweis zu finden, dass sie überhaupt existierte. Isi und ich liefen bestimmt eine halbe Stunde in der Gegend herum, um auch wirklich sicher zu sein, nichts übersehen zu haben, aber wir fanden einfach nichts. Als auch zwei Passanten uns nicht weiterhelfen konnten und noch nie von dieser Unterkunft gehört hatten, wurde ich zunehmend unruhiger. In meinem Kopf machten sich wilde Verschwörungstheorien breit und alles fügte sich wie ein Puzzel zusammen und als ich dann auch noch erfuhr, dass unsere Vermieterin Ainish heißt, dachte ich, dass das vielleicht irgendein irischer Name für Ennis oder so ist und wir einfach nur abgezogen wurden. Als wir aber die im Internet angegebene Nummer wählten, meldete sich eine Frauenstimme und nach einer kurzen Wegbeschreibung erreichten wir die Unterkunft recht schnell. Wie sich herrausstellte, waren Isi und ich schon längst da gewesen, weil aber nichts ausgeschildert ist und es kein Türschild gibt, hatten wir das Haus selbst nicht gefunden. Nach dieser Aufregung mussten wir uns erstmal eine Weile im Zimmer (das übrigens super schön eingerichtet ist, insgesamt ist das ganze Haus sehr groß und geschmackvoll eingerichtet) ausruhen und runter kommen. Wir haben sogar von Ainish (wir wissen bis heute nicht, wie man ihren Namen ausspricht. Inis? Einisch? Ainaisch? Ennis?!?) Tee und Keckse bekommen und es hat sich herausgestellt, dass sie eine sehr nette Frau ist, mit der wir uns ein bisschen unterhalten haben und die auch gerne Auskunft über Unternehmungsmöglichkeiten in Ennis und Umgebung sowie Ausgehmöglichkeiten gab.

Später am Abend machten Isi und ich uns auf Richtung Stadt und sind erstmal Essen gegangen (was sonst). Wir waren bei einem richtig leckeren Asiaten mit großen Portionen, gestört hat mich dort aber extrem, dass das Essen in Papierschalen serviert wurde, obwohl wir ja vor Ort gegessen haben. Eine totale Verschwendung und super unnötig!

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Pub, aber wir stellten fest, dass das Nachtleben in Ennis doch eher etwas ruhiger ist, oder wir einfach im falschen Viertel unterwegs waren. Letztendlich entschieden wir uns für ein kleines nettes Pub, blieben aber nicht allzulange dort und machten uns recht früh wieder auf den Heimweg. Zum einen waren wir ja schon den vorherigen Abend unterwegs gewesen, zum anderen haben wir echt nichts gesehen, wo auch Leute in unserem Alter waren und wo es etwas mehr abging. Zwar hatten wir vor dem Essengehen eine menge stark aufgetarkelter junger Frauen gesehen, aber wohin die letztenldich alle verschwunden sind, wissen wir nicht, vielleicht gibt es ja irgendwo in Ennis eine geheime Partyzeile, von der wir nichts wissen und naja, die Tipps von Ainish und der Verkäuferin waren auch weniger hilfreich, aber vielleicht haben wir auch aufgrund des hohen Altersunterschieds einfach ein anderes Verständins von "Abgehen".

Da Isi aber sowieso recht ausgelaugt von ihrer bisherigen Reise war und auch ich eine anstrengende Woche hatte, kam uns der entspannte Abend sehr gelegen. Am nächsten Tag waren Isi und ich uns morgens nicht sicher, ob wir bei Ainish ein Frühstück bekommen würden und wir wollten auch nicht runtergehen und direkt mit der Tür ins Haus fallen. Also haben wir erst ein bisschen mit ihr gequatscht und im Laufe der Unterhaltung nannte uns Ainish einige Möglichkeiten, um in der Nähe Frühstücken zu gehen. MIst, also kein Frühstück bei Ainish, aber na gut.

An dem Tag selbst haben wir nicht mehr viel gemacht, wir sind recht früh zurück nach Gallway gefahren und haben uns für die nächste Woche wieder verabredet. Auch, wenn wir nichts Großes und Speaktakuläres unternommen haben (abgesehen von dem Ainish-Abenteuer), haben wir die Zeit sehr genossen und gute Gespräche geführt (und natürlich ganz viel gegessen hehe).

Dienstags ist Isolde dann weitergefahren und der Abschied war dieses Mal gar nicht so leicht, denn wir wissen nicht genau, wann wir uns wieder sehen werden. Isolde studiert jetzt in London und wir müssen mal schauen, wo und wann wir uns das nächste Mal treffen können, ob in London, Deutschland oder irgendwo in der Mitte, das klappt schon!

In dieser Woche habe ich zudem das erste Mal den Zumbakurs hier im Fitness-Studio besucht und ich war direkt begeister! Der Raum war voll und scheinbar sind die meisten Frauen dort schon länger dabei, aufjedenfall waren ihnen die Schritte und Lieder vertraut. Ein Mädchen ermunterte mich, dass man ein paar Stunden bräuchte, um in den Ablauf der Schrittfolgen hineinzukommen und das glaube ich auch. Ich habe echt mein Bestes gegeben, aber Zumba ist echt schwieriger und anstrengender als man denkt. Die Lehrerin ist aber eine recht junge (ich würde mal sagen) Spanierin und hat die Latina-Moves echt drauf, da bin ich schon etwas neidisch! Auch wenn ich von außen wahrscheinlich oft wie ein unbeholfenes Huhn aussah, hatte ich viel Spaß!

Donnerstag war ich direkt wieder im Zumba, aber da unterrichtet immer eine andere Lehrerin. Die hat es zwar auch echt drauf, hat jedoch eine andere Herangehensweise. Im Gegensatz zu dieser Stunde war Montag echt entspannt. Diesmal wurde noch mehr die Hüfte geschwungen, die Haare geschüttelt und innerhalb der ersten Viertelstunde war der gesamte Kurs klatschnass geschwitzt. Besonders interessant finde ich die Methode der Lehrerin, zu pfeifen, wenn ein Richtungswechsel stattfindet oder eine neue Schrittfolge kommt und insgesamt schreit sie auch mehr rum. Also nicht uns an, sondern um Stimmung zu machen. Aufjedenfall werde ich jetzt versuchen regelmäßig zum Zumba zu gehen und dort Leute aus dem Ort kennenzulernen.

 

Auf das Wochenende habe ich mich diesmal besonders gefreut, weil ich viele Treffen mit anderen Aupairs vereinbart hatte. Freitags kam Piri nach Galway, ein deutsches Aupair, das ich sogar schon kannte. Piri wohnt auch in der Nähe von Bad Kreuznach und man kennt sich von dort über andere Freunde, aber wir hatten nie viel miteinander zu tun. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie gar nicht so weit von mir weg wohnt (naja, immernoch eine Stunde mit dem Bus entfernt, aber ich dachte ursprünglich, sie würde in der Nähe von Dublin leben, von daher) und wir uns endlich mal hier treffen konnten. Netterweise durfte Piri hier im Haus übernachten und so holte ich sie in Renmore an der Bushaltestelle ab und nach einem schnellen Kaffee machten wir uns zu Fuß auf in die Stadt. Es tat definitv gut, sich mit einem anderen Aupair auszutauschen und verschiedene Sachen abzugleichen und obwohl Piri wesentlich jüngere Kinder betreut, können wir beide sehr gut die Situation des anderen verstehen. Insgesamt haben wir uns auch sehr gut verstanden, zuerst sind wir etwas Essen gegangen und waren anschließend in zwei verschiedenen Pubs, das war wirklich ein sehr sehr schöner Abend!!

Am nächsten Tag sind wir gemeinsam in die Stadt gelaufen und haben dort etwas gefrühstückt und anschließend ein bisschen auf einer Wiese am Eyre Square entspannt und dort auf ein paar andere Aupairs gewartet. Wir haben mittlerweile nämlich eine Gruppe von ca 10 Leuten mit Aupairs und zwei von ihnen kamen samstags nach Galway, unteranderem das französische Aupair Marie, mit dem ich mich schonmal alleine getroffen habe. Das andere Mädchen heißt Camille und hatte eine Freundin namens Mary dabei, die momentan in Irland zu Besuch ist und hier nach einem Job sucht. Während wir auf Maries Ankunft warteten (ich weiß, dass ist etwas verwirrend mit den Namen, was müssen die auch beide Marie heißen), unterhielten wir uns ein bisschen und lernten uns kennen. Ich habe mich sehr gut mit Mary verstanden, die letztes Jahr als Aupair in den Usa war und sie hat mir sogar ein Kompliment für mein Englisch gemacht! Als wir vollzählig waren, haben wir uns ins Stadtzentrum begeben und dort einen Kaffee getrunken. Als wir da so beisammen saßen, sahen wir plötzlich, dass ein weiteres Mädchen aus der Gruppe geschrieben hatte, dass sie nach Galway kommen würde und in 40 Minuten da wäre. Das hat uns alle etwas gewundert, denn zu diesem Mädchen (ihr Name ist Anna) muss man dazu sagen, dass sie wie ein Phantom in der Gruppe ist. Keiner von uns wusste so genau, wo sie herkommt, wir kannten sie nur aus der Facebook-Aupair-Gruppe. Aber na gut. Zur vereinbarten Zeit machten wir uns auf zum Treffpunkt mit Anna, aber die Situation danach war ein bisschen komisch. Der urprüngliche Plan war, dass ich Piri noch zum Bus bringe (sie musste an dem Abend nämlich wieder zurück nach Roscommen fahren) und anschließend nach Hause fahre, die anderen Mädchen wollten dann ins Hostel und wir würden uns abends wieder treffen, gemeinsam etwas essen und dann in ein Pub gehen. Annas plötzliche Ankunft warf unsere Pläne aber etwas durchieinander, denn wären wir alle gegangen, hätte sie alleine die Zeit verbringen müssen, bis ihr Bus zurück zu ihrer Gastfamilie fährt. Netterweise sind die französischen Aupairs mit Anna ein bisschen in die Stadt bummeln gegangen (nachdem wir gemeinsam Piris Bushaltestelle gesucht hatten, erfolgreich), wir haben dann einfach den Treffpunkt etwas nach hinten verschoben. Jetzt habe ich immer noch keine wirkliche Ahnung wer Anna ist und weiß auch nicht, ob ich das jemals erfahren werde.

Nach einer kurzen Snack- und Refreshpause habe ich mich wieder auf in die Stadt gemacht und mich mit den französischen Mädchen getroffen. Nach einem kurzen Abstecher bei Supermacs (das ist wie ein McDonalds, nur mit größerer Auswahl und irgendwie super hochgehalten hier in Irland), gingen wir in mein persönliches Lieblingspub hier, das "The Quays". Dort ist fast jeden Tag der Woche Livemusik und es sind viele junge Leute dabei. Und ja, ich gebe es ja zu, das Personal dort sieht auch nicht gerade schlecht aus. Nachdem wir uns etwas zu trinken geholt hatten (ich natürlich meinen obligatorischen Cider), setzten wir uns an einen Tisch im unteren Bereich des Pubs. Die Stimmung war echt gut, wir sind zu der Musik abgegangen und ich habe mich wieder sehr gut mit Mary unterhalten. Irgendwann war die Überlegung in ein anderes Pub zu gehen, aber zuvor bin ich mit Mary eine Runde um den Block gelaufen, weil sie Kopfschmerzen hatte. Wieder bei The Quays angekommen, warteten die anderen beiden schon auf uns und wir versuchten einen Kompromiss zu finden, was wir nun tun könnten. Das war dann der Moment, wo die Stimmung anfing ein wenig zu kippen. Mary trinkt nicht gerne viel Alkohol und war einfach etwas müde und nicht sooo sehr auf Feiern aus, Marie hingegen war definitv in Feierlaune und wollte was erleben, Camille stand so ein bisschen mittendrin und joah, ich wollte eigentlich einfach nur tanzen. Ich versuchte die Situation ein bisschen zu "entschärfen" und schlug vor, dass wir uns auch auftteilen könnten, die einen machen etwas Entspanntes, die anderen suchen sich einen Club oder so. Letztendlich sind wir dann in ein anderes Pub gegangen, haben dort ein bisschen getanzt (Mary saß die ganze Zeit nebendran und hat eher wenig Stimmung gemacht) und als die Musik nicht mehr so dolle war, sind Marie und ich nochmal in das erste Pub zurück (da war die Musik wie immer super gut!) und haben zusammen abgedanct, während die anderen beiden sich ein Eis geholt haben oder so. Nach einer geraumen Zeit haben wir uns alle wieder zusammen getan und entschieden, dass es wohl besser wäre, wenn die Mädels jetzt ins Hostel gehen. Die Stimmung in der Gruppe war wie gesagt eh nicht mehr so super und mich hat dieses Hin und Her echt ausgelaugt. Denn glaubt mir, so kompliziert, wie das jetzt beim Lesen klang, war es auch! Aber naja, ich habe an dem Abend aufjedenfall gemerkt, dass die Mädels zwar echt nett sind, ich aber nicht ständig etwas mit ihnen machen muss.

 

Am Sonntag habe ich mich morgens auf den Weg zur Busstation gemacht und bin nach Limerick gefahren, eine größere Stadt, cica 1,5 Stunden mit dem Bus entfernt, um mich mit Celine (dem Aupair aus dem Flugzeug) zu treffen. Die Busfahrt war so gemütlich, denn es hat die ganze Zeit geregnet und es tat so gut, einfach da zu sitzen, Musik zu hören und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen! Ich habe mich so gefreut, dass endlich ein Treffen zustande gekommen ist, denn Celine war mir vom ersten Moment an sympathisch und dieses Gefühl hat sich nochmal während des Treffens bestätigt! Wir haben uns wirklich super gut verstanden, zuerst haben wir uns bei Kaffee und einem süßen Teil in einem Cafe etwas kennengelernt und sind anschließend in das städtische Einkaufszentrum ein wenig bummeln gegangen. Anschließend waren wir noch chinesisch Essen und dann war der Tag auch schon wieder fast rum und ich musste meinen Bus nach Hause nehmen. Aber wir wollen uns definitiv wieder treffen! Auf der Rückfahrt hat der Bus eine Ewigkeit gebraucht, denn diesmal hat er viel mehr Zwischenstopps gemacht und außerdem mussten wir in Ennis (wo sonst?!) den Bus wechseln, ich habe bis heute nicht verstanden wieso. Abends bin ich dann super ausgelaugt, aber auch glücklich ins Bett gefallen.

 

Die Woche selbst war recht entspannt, wir hatten die ganze Zeit so tolles Wetter! Die Sonne hat die ganze Zeit geschienen und man konnte problemlos in kurzem T-Shirt rumlaufen (für manche Leute hier waren das vielleicht Höchsttemperaturen, denn man hat einige Mädchen mit dünnen Sommerkleidern gesehen) und ich habe versucht, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen. An manchen Tagen bin ich morgens in die Stadt gelaufen und habe alles ein wenig in Ruhe erkundet. Alleine ist das echt angenehm, da man selbst entscheiden kann, was man sich anschauen möchte und in Ruhe durch die Läden stöbern kann. Ich habe echt viele coole und ausgefallene Cafes und zu meiner großen Freude Secondhandläden gefunden!

Außerdem war ich wieder einige Male mit Eva am Strand spazieren, wir machen das mittlerweile echt oft und wir verstehen uns wirklich gut. An einem anderen Tag sind Leah, Eva, James (ein Freund von Leah) und ich in die Stadt gelaufen und haben dort ein Eis gegessen (was hier unnormal teuer, 3,50 die Kugel, da soll sich nichmal einer in Deutschland beschweren!).

Donnerstagabend war ich bei einer Veranstaltungen namens "Drink and Draw" und das war so cool! Die Veranstaltung fand in einem Club in Galways Stadtzentrum statt. Im oberen Bereich des Clubs waren zwei lange Tische wie eine Tafel aneinadergereiht und für jeden Teilnehmer stand eine Leinwand, Farbe und Pinsel bereit. Gemalt wurde die Galwayer Skyline und geleitet wurde das ganze von einem jungen Künstler, der diese Art von Projekt schon in mehreren Städten durchgeführt hat. Der Künstler hat uns schrittweise gezeigt, wie wir vorgehen müssen, aber schon bald machten viele einfach ihr eigenes Ding und malten einfach drauf los. Dabei sind so coole Bilder entstanden, jedes auf seine Weise einzigartig. Zwei Plätze neben mir zum Beispiel, saß eine freischaffende Künstlerin, die natürlich komplett eskaliert ist und ein Bild geschaffen hat, dass man locker auf einer Ausstellung zeigen könnte. Die Atmosphäre war insgesamt so entspannt, es lief die ganze Zeit Musik (man konnte auch Musikwünsche äußern), im Ticket war zusätzlich zu den Malutensilien ein Freigetränk mitinbegriffen und die Veranstaltung war definitv eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen. Schon beim Betreten des Clubs kam ich mit einer jungen Frau namens Katharine ins Gespräch und wir haben uns auch nebeneinandergesetzt. Wir haben uns richtig gut verstanden und wenn ich mal nach London kommen sollte, habe ich aufjedenfall einen Tourguide vor Ort, Katharine ist nämlich aus London und studiert dort Geschichte auf Lehramt.

Am Wochenende kam Piri wieder nach Galway und nachdem wir etwas Essen gegangen sind, ging es wieder in unser Lieblingspub "The Quays". Der Abend war wieder super schön, wir haben viel gelacht, getrunken und getanzt und sind abends platt ins Bett gefallen. Aber samstags war nichts mit ausschlafen, Piri und ich wollten das gute Wetter nutzen und sind auf Anraten von Heike auf die Aran Inseln hier in der Nähe gefahren. Der Ausflug hat sich definitiv gelohnt! Wir mussten zwar zum Bus rennen und Piri hat die halbe Hinfahrt verschlafen, aber naja. Die Busfahrt selbst war schon lohnenswert, wir sind nämlich an der Küste entlang gefahren und die Sonne war super intensiv. Leider sind wir immer mehr in eine graue Wolke hineingefahren und auf der Insel hat sich dann bestätigt, was Heike mir gesagt hatte und zwar, dass das Wetter auf den Inseln und in der Stadt sehr variieren kann, aber immerhin hat es nicht geregnet. Auch sehr spannend war die Fährtfahrt, die eher als Speedbootfahrt ausgeschrieben werden sollte. Die Fähre war von den Sitzplätzen wie ein Flugzeug ausgelegt und war definitiv keine von den gemütlichen Nordseefähren, die über das Wasser tuckern. Die Fahrt glich eher einer Achterbahnfahrt über das Wasser und über die Wellen flogen wir regelrecht. Also ich hatte großen Spaß, die Frau in der Reihe neben uns eher weniger, ihrem gequälten Blick und den verschlossenen Augen nach zu urteilen. Eins ist sicher, wenn man am Abend davor zu tief ins Glas geschaut hat, ist diese Fahrt definitiv ein Abenteuer!

Auf den Inseln angekommen, deckten Piri und ich uns erstmal mit ein paar Lebensmitteln ein, denn wir wollten uns ein nettes Plätzchen suchen und dort picknicken. Auf der Insel gibt es die Möglichkeit, für 10 Euro den Tag ein Fahhrad zu mieten, Piri und ich entschlossen uns aber dazu, die Insel zu Fuß zu erkunden und machten uns nach dem EInkauf auf den Weg zu einem der nähergelegenen Besichtigungsorte. Unser erstes Ziel war eine kleine Steinkirche, die man recht schnell ereichen konnte und die auf dem Bild auf der Karte super schön und spektakulär aussah, es letztendlich aber nicht war. Der Weg dorthin war aber sehr abenteuerlich, man musste nämlich einen Trampelpfad empor steigen, um zur Kirche zu gelangen. Der Ausblick von da oben hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und die Landschaft ist der Hammer! Nachdem wir uns die Kirche angesehen hatten (viel zu sehen gab es ja nicht), wollten wir uns zum nächsten Ziel aufmachen, aber fragt mich nicht wie, wir haben uns total in der Landschaft verirrt. Zwar haben wir die ganze Zeit über die Häuser unter uns gesehen, aber es war gar nicht so einfach, einen Weg dorthin zurück zu finden. Das Problem war, dass überall so kleine Mauern sind, über die man nicht klettern kann oder Gestrüpp. Nach einer langen Zeit haben wir es wieder zum Trampelpfad zurück geschafft, zwar mussten wir über eine der Mauer klettern (ich habe erstmal einen Stein abgerissen ups) und uns durch Brennnesseln und Dornen durchschlängeln, aber wir haben es geschafft und sind wieder auf den urspünglichen Weg zurück gekommen. Da gab es erstmal einen Kecks als Belohnung. Was ich aber so cool finde, Piri und ich haben uns überhaupt nicht über die Situation geärgert, sondern es einfach mit Humor genommen, dass einzige, was uns wunderte, war der Verbleib der anderen Touristen, wie konnte es sein, dass wir die ganze Zeit über nur eine Frau gesehen hatten?! Naja, wir machten uns dann auf zum zweiten Ziel (diesmal ohne Experimente und auf einem normalen Weg) und erreichten es ohne Probleme. Wir sind zu den Klippen gelaufen und die Aussicht, die uns dort geboten wurde, war fantastisch! Die Klippen unter uns, um unser herum eine Steinlandschaft und in der Ferne nichts als Meer und Unendlichkeit. Das war so ein schöner Moment und wir hatten den perfekten Ort für unser Picknick gefunden! Die Zeit bis zur Rückfahrt verbrachten wir auf den Klippen und just in dem Moment, als wir die Fähre betraten, fing es an zu regnen, perfektes Timing also! Jetzt gab es nur ein Problem, Piri hatte sich verschaut als sie nach einem Bus zurück nach Roscommon gesucht hatte und war jetzt auf den Bus um 18:30 Uhr angewiesen, den sie höchstwahrscheinlich perfekt bekommen hätte, wenn die Fähre und der Bus nach Galway pünktlich abgefahren wären. Tja, sind sie aber nicht. Der Bus war nicht mal da, als wir die Fähre verließen und nach 30 Minuten war er immer noch nicht zu sehen. Als er dann endlich kam, passten nicht alle Leute in den Bus und Piri und ich fürchteten schon, noch länger warten zu müssen, als der Busfahrer die restlichen Leute in den Bus holte, denn scheinbar gab es ein Problem oder etwas ähnliches mit dem anderen Bus, aber immerhin kamen wir endlich los. In Galway angekommen (mittlerweile war es halb acht, Piri hat ihren Bus also knaaapp vepasst), machten wir uns direkt auf zur Busstation, aber es war, wie wir uns gedacht hatten, kein Bus fuhr mehr nach Roscommon. Also fuhren wir mit dem Bus nach Renmore zurück zu meiner Gastfamilie und erklärten die Situation, aber Heike und Alan waren super entspannt und meinten, dass es kein Problem wäre, wenn Piri noch eine Nacht bleibt. Auch wenn wir etwas müde waren, entschieden wir uns dazu, abends wegzugehen, also refreshten wir uns etwas und schon ging es wieder in die Stadt. Weil wir den ganzen Tag noch nichts Richtiges gegessen hatten, wollten wir das noch machen und endlich mal wieder eine richtige Pizza essen. Auf die Pizza haben wir uns so unglaublich gefreut, umso größer war die Enttäuschung, als uns eine Minipizza gebracht wurde. In dem Moment hätte ich zu gerne unsere Gesichter gesehen!

Aber naja, anschließend ging es wieder in unser Lieblingspub, in dem es super voll war! Tanzen war an dem Abend echt schwierig, aber Piri und ich gaben unser Bestes, uns durch die Menge hindurch zu tanzen. Der Abend war aber wiedermal super schön und wir haben eine Gruppe Iren kennengelernt, mit einem von ihnen habe ich mich super gut verstanden und mich den ganzen Abend unterhalten und viel gelacht. Wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und wollen uns aufjedenfall nochmal treffen (Spoiler: haben wir auch gemacht).

Sonntags habe ich nicht mehr so viel gemacht, ich war ja echt viel unterwegs das Wochenende, ich bin nur nach Galway gelaufen und habe einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Promenade gemacht.

 

So, das war jetzt endlich mal wieder ein ausgiebiges Update!! Der nächste Eintrag kommt hoffentlich wieder mit kürzerem Abstand.

Was ich aber noch erzählen kann, es klappt wirklich immer besser mit den Kindern und der Routine! Mit Eva gehe ich nach wie vor häufig spazieren und verstehe mich gut und auch Leah scheint sich an mich zu gewöhnen. Ich habe diese Woche schon einige Umarmungen von ihr bekommen und die Nachmittage waren insgesamt sehr entspannt. Meine Erkältung ist auch schon viel besser geworden und ich gehe viel spazieren oder zeichne. Zum Bespiel habe ich auf Leahs Wunsch einen chinesischen Drachen für sie gemalt, darüber hat sie sich sehr gefreut.

Mir ist in der letzten Zeit nochmal so bewusst geworden, was für ein Glück ich habe, diese Erfahrung machen zu dürfen und in so einer tollen Stadt zu sein, aber auch gleichzeitig zu wissen, wie viele tolle Menschen ich in meinem Leben und in Deutschland habe!

Bis zum nächsten Mal!

 

 

06Sept
2019

Letzten Ferientage und Schulbeginn

  1. Hallihallo ihr Lieben!!

Jetzt haben wir schon September und ich bin schon fast zwei Wochen hier, die Zeit vergeht echt wie im Flug!!

Am Samstag ging es ja in den Hochseilgarten und das war wirklich ein cooles Erlebnis! Morgens haben wir erstmal richtig ausgiebig gefrühstückt (Alans Schwester Steph hat mit uns zusammen gegessen) und danach machten wir uns, mit Ausnahme von Heike, die zum einen Rückenprobleme hat und zum anderen vermeiden wollte, dass wir mit zwei Autos fahren müssen, auf den Weg. Die Fahrt dauerte ganz schön lange, aber es war wieder sehr schön, durch die idyllischen Landschaften und Orte zu fahren. Außerdem haben wir zuerst „Ich-sehe-Was-Was-du-nicht-siehst“ gespielt und danach das „Namen-Spiel“. Bei diesem Spiel wählt man einen Themenbereich, in dem Fall war es der Bereich „Tiere“. Ein Spieler nennt ein beliebiges Tier und der nächste Spieler muss ein anderes Tier nennen, dass mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Tieres beginnt, also zum Beispiel „Ameise – Esel – Luchs“ und so geht das die ganze Zeit weiter. Natürlich war das Spiel für mich etwas schwieriger, weil ich nicht so viele englische Tiernamen kenne, aber das war aufjedenfall eine gute Übung und ich habe auch Unterstützung von Leah und Eva bekommen. Und ruckzuck waren wir auch schon da, jeder durfte sich eine Motivationsschokolade aussuchen und schon ging es los. Nachdem wir unsere Sicherheitsausstattung erhalten und eine kurze Einweisung bekommen hatten (der zuständige Mann dafür hat suuuuuper schnell geredet, aber glücklicherweise habe ich alles verstanden, zumal er gleichzeitig die Sachen an einem Übungspfad erklärt hat. Ich bin also von keinem Baum gefallen), musste jeder von uns den Übungspfad einmal machen und dann durften wir uns die sogenannten „Circle“ selbst aussuchen. Leah und Eva durften auf Grund ihres Alters nur drei verschiedene Circle machen und den ersten davon machen wir alle zusammen. Dieser war nicht sehr hoch und schwer, die Schwierigkeit bestand eher darin, nicht von den Seilen oder Hindernissen runterzurutschen, da es immer wieder zu regnen anfing und dementsprechend alles sehr rutschig war. Aber man gewöhnt sich so schnell an den Regen, dass ist unglaublich, im nächsten Moment kommt wieder die Sonne raus und trocknet dich. Außerdem waren die ersten zwei Pfade eher für kleinere Kinder oder Leute ausgelegt und folglich hatte ich bei dem ein oder anderen Hindernis so meine Probleme. Aber ich konnte alle überwinden, wenn auch nicht unbedingt sehr elegant. Irgendwann sind dann Eva und ich zusammen einen anderen Pfad geklettert und anschließend wollte ich sie überreden, eine etwas gewagteren Circle mit mir zu machen, aber sie war nicht so ganz überzeugt, da sie diesen schon einmal nicht geschafft hatte und ihr die Höhe nicht ganz geheuer war. Natürlich wollte ich sie zu nichts zwingen, erklärte ihr, dass das kein Problem sei und machte mich alleine auf den Weg. Dieser Circle hat echt viel Spaß gemacht, die besten Teile waren immer die sogenannten „Zipp-Lines“, bei denen man sich einfach nur einhaken muss und zu anderen Seite „fährt“. Dabei habe ich mich immer wie James Bond auf Weltrettungsmission gefühlt oder wie ein Spion auf geheimer Mission. Nach dem weißen Circle dachte ich mir, „komm, da geht noch was, probier mal die nächste Schwierigkeitsstufe“. Leah und Eva waren zu klein für diesen Circle, Alan war sowieso mit Leah unterwegs und Eva, naja hätte bestimmt nicht Lust auf einen noch höheren Circle gehabt und Steph wollte ihre Schulter nicht zu sehr belasten, weil sie für ihren nächsten Triathlon fit sein will (sie ist super sportlich!). Also hieß das für mich: wieder alleine in die Höhe, aber ich dachte mir, „du bist gesichert, da passiert schon nichts, ausprobieren!“. Ja gut, nach dem zweiten Hindernis hätte es dann auch gereicht, aber so schnell wollte ich nicht aufgeben und Steph und Eva feuerten mich tatkräftig an (Eva mit einer Tüte Chips in der Hand: „Es ist wirklich so hoch, wie es aussieht!“). Und ich habe den Circle auch ganz bis zum Schluss gemacht und so schlimm war er letztendlich gar nicht. Am Schlimmsten waren zwei lange Leitern, die etwas wacklig waren und einen immer mehr in die Höhe geführt haben, dafür wurde man aber mit langen Zipp-Lines entschädigt, bei denen man durchatmen und entspannen konnte. Wieder auf festem Grund angekommen, war ich zwar etwas ausgelaugt, aber dennoch glücklich und wurde mit einer Packung Taytos (das sind Chips mit Onion-Geschmack, die hier suuuuper beliebt sind) belohnt. Weil auch der Rest platt und es schon Nachmittag war, beschlossen wir, uns wieder auf den Heimweg zu machen, hielten aber noch bei einem Bürgerrestaurant, weil alle großen Hunger hatten (ich hatte einen echt guten Veggieburger) und danach gab es noch ein Eis und auf der Rückfahrt haben wir wieder das Namen-Spiel, diesmal mit dem Themenfeld Vornamen, gespielt.

Sonntag habe ich mich zum ersten Mal mit jemandem in meinem Alter in Galway getroffen und zwar mit einem Mädchen namens Lara, die hier im Rahmen eines Errasmus-Programms für zwei Semester studieren wird. Lara ist eine Studienfreundin von Ines, die im Vorhinein unsere Kontaktdaten ausgetauscht hatte, an dieser Stelle nochmal danke an dich Ines!!

Das Treffen war super schön, wir haben uns am Eyre-Square, dem Zentralplatz in Galways Stadtzentrum, getroffen und sind erst ein bisschen durch die Straßen geschlendert und über den kleinen Markt, der sonntags immer ist (Samstag ist der große Markt mit einer größeren Bandbreite an Ständen) und haben uns ein schönes Cafe gesucht. Ich finde, es ist gar nicht mal so einfach, ein nettes Cafe oder Restaurant in einer fremden Stadt zu finden, weil man zum einen nicht unbedingt in Ketten wie Starbucks gehen will, zum anderen aber oft eine so große Auswahl hat und gar nicht weiß, wie man sich entscheiden soll (vor allem ich hehe). Wir haben uns dann für ein kleines Cafe in einer Seitenstraße entschieden und dort Pancakes bestellt und (ich glaube, dass kann man auch schon auf dem Bild sehen) unsere Entscheidung war definitv richtig! Was ich wirklich super finde, obwohl Irland eigentlich ein sehr fleischlastiges Land ist, gibt es hier super viele und auch gute Alternativen für Vegetarier und Veganer.

Voll gegessen (aber glücklich) und nach einem richtig guten Gespräch, sind wir nochmal durch die Straßen geschlendert und haben einen coolen Secondhand-Laden gefunden und einen Unverpacktladen, der sonntags leider zu hat. Anschließend haben wir uns noch etwas an den Hafen gesetzt und gequatscht (Gesellschaft leisteten uns dabei einige Möwen, besonders nah kam uns dieser kleine Freund hier) und schon war es später Nachmittag und Lara musste los. Wir wollen aber aufjedenfall in Kontakt bleiben und auch die ein oder andere gemeinsame Unternehmung am Wochenende machen.

 

Montag war der erste Schultag, sehr zur Freude der Kinder. Nicht. Eigentlich helfe ich morgens nur mit, die Kinder fertig für die Schule zu machen und die Snacks vorzubereiten, an diesem Tag bin ich aber auch mit Heike zur Schule gelaufen, um die Kinder dort abzusetzen. Vor der Schule herrschte ein großer Tumult von Autos, Eltern und Kindern. In Irland bringt gefühlt jeder sein Kind zur Schule und einige würden wahrscheinlich am liebsten bis vor den Klassenraum oder zum Sitzplatz selbst fahren, um ihr Kind dort abzusetzen. Auf dem Rückweg habe ich von Heike einige interessante Sachen über die Schule der Kinder und insgesamt Schulen in Irland erfahren. Zum Beispiel gibt es keine Elternabende oder Whats-App-Gruppen, es gibt ein Elterngespräch im Oktober, also nicht lange nach Schulbeginn und dementsprechend kennen die Lehrer ihre Schüler noch nicht sehr gut. Die Schule fängt in Irland ja etwas später an, hier um 8:50 Uhr, Ende ist um 14:30 Uhr. Die Kinder gehen auf eine irischsprachige Schule (Mama, da wirst du dich jetzt bestimmt freuen) und müssen keine Schuluniform tragen, was eigentlich eher eine Ausnahme ist. Auch interessant finde ich, dass die Kinder keine Sachen mit in die Schule nehmen dürfen, gegen die andere allergisch sind. Zum Beispiel Nüsse, denn bei manchen sei die Allergie so schlimm, dass allein der Geruch oder der Staub zu einer allergischen Reaktion führen kann. Wusstet ihr, dass deswegen auch Nüsse im Flugzeug nicht mehr gestattet sind? Also ich nicht. Ebenfalls verboten, ist das Verteilen von Einladungskarten zu einem Geburtstag, denn niemand soll sich ausgeschlossen fühlen oder so. Also entweder überlegt man sich was anderes, um seinen Freunden Bescheid zu geben oder lädt im besten Fall die ganze Klasse oder Schule ein. ;)

Wieder zuhause machte ich mich daran, im Haus aufzuräumen und meine Wäsche zu machen. Außerdem wollte ich mich echt ins Zeug legen, den Kindern etwas wirklich Leckeres zu Essen zu machen. Also machte ich einige meiner speziellen Bananen-Pancakes, bereitet den Lieblingssalat der Kinder vor und wollte dazu ein paar Nudeln mit Tomatensauce machen. Den Tisch habe ich auch schon gedeckt. Tja, Eva ist nach der Schule mit zu einer Freundin gefahren und Leah hatte keinen Hunger und mochte meine Pancakes nicht. Vielleicht konnte man irgendwo in Deutschland meine Traumblase platzen hören. Hallo Alltag und Realität mit Kindern.

Naja, der Vorteil war, das ich nicht noch groß die Küche putzen musste und der Tag an sich war auch sehr entspannt.

Gestern, also Dienstag, habe ich mich vormittags mit einem französischen Aupair in Galway getroffen, das war so cool! Marie ist 19 Jahre alt und suuuuper lieb und offen! Wir haben uns direkt gut verstanden und schon festgestellt, dass wir einige gemeinsame Interessen haben. Wir wollen sogar beide Lehrer werden und witzigerweise trugen wir beide ein Jeanskleid und eine rote Regenjacke :)

Wir sind erst durch die Stadt geschlendert und anschließend brunchen, wieder in einem sehr vegetarier- und veganerfreudlichem Cafe mit junger und netter (;D) Bedienung. Die Produkte in dem Cafe sind fast alle regional und das Essen war super gut! Anschließend waren wir noch im Unverpacktladen, der wirklich ein großes und super gutes Sortiment hat und dort habe ich mir einen Jutebeutel für Brot oder Brötchen und einen zusammenklappbaren Stromhalm gekauft.

Zum Schluss haben wir uns noch in das Cafe, das ich schon mit Lara besucht hatte, gesetzt und ich habe mir einen selbstgemachten Chai Latte und dieses riiiiesige Stück vegane Torte gegönnt, beides unglaublich gut, aber danach war mir etwas schlecht muss ich gestehen. Da nahm ich mir erstmal vor, für den Rest des Tages nichts mehr zu Essen. Naja, wenigstens bis zum Nachmittag.

Marie und ich werden uns aufjedenfall nächste Woche Sonntag nochmal treffen, zusammen mit einem anderen französischen Aupair aus der Facebook-Gruppe, die ich sowieso kennenlernen wollte, also passt das perfekt. Wir wollen in einen Ort namens Athlone fahren, dort bummeln, Kaffe trinken und italienisch Essen gehen. Ich freue mich schon total!!

Abends war ich noch mit Eva am Strand spazieren, was immer super viel Spaß macht, weil sie zum einen sehr witzig ist und man zum anderen interessante Sachen aus der Schule oder so erfährt, also sozusagen den neusten Klatsch und Tratsch ;)

Und heute, also Mittwoch, gehen wir, nachdem ich beide von der Schule abgeholt und wir etwas zu Mittag gegessen habe, mit ihr in die Stadt um ein Geburtstagsgeschenk für eine ihrer besten Freundinnen zu kaufen. Ich freue mich schon!

Naja, wenn ich so auf die Uhr schaue, muss ich echt los, ich habe schon wieder so viel geschrieben, dass meine Nudeln kalt geworden sind!

 

Bis zum nächsten Mal!

 

PS: Ich freue mich übrigens schon total, denn heute kommt Isolde im Rahmen ihrer Interail-Tour für eine Woche nach Galway!! Morgen wollen wir uns dann treffen und wahrscheinlich am Wochenende zusammen weg fahren. Ich freue mich schon!!!